Ausflug nach Las Terrazas


Wer Wald und Berge mag, muss Las Terrazas einfach gesehen haben! Nur eineinhalb Stunden von Havanna entfernt, in der Provinz Artemisa, befindet sich dieses Erholungsgebiet.

Las Terrazas in Kuba ist sehr beliebt bei kubanischen Tagesausflüglern und Campingfreunden. Wer gerne wandert kann sich dort endlos ausleben, das Gebiet umfasst eine Fläche von 24.000 Hektar und gehört zur Bergkette Sierra Rosario. Auch Flamingos sind hier zu finden. Zwar leben die Tiere normalerweise in den kubanischen Lagunen, aber eine kleine Gruppe wurde hier im Dorfsee angesiedelt. Man will den Besuchern eben etwas bieten...

Ebenso gibt es ein Informationszentrum, wo man alles über den Ursprung dieses Gebietes erfährt. Anfang des 20. Jahrhunderts trafen die Franzosen hier ein, rodeten alle Wälder und pflanzten Kaffee an. Als die Franzosen verschwanden, waren die Köhler (los Carboneros) immer noch da und versuchten ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von Holzkohle zu verdienen.

24.000 Hektar Wander- und Erholungsgebiet

Flamingos zur Freude der Besucher

Naturschutzgebiet Las Terrazas

Honigverkäufer in Las Terrazas

Erinnerungen an Polo Montanez

Im Haus des Weltstars befindet sich heute eine Gedenkstätte

Die Bewohner der Comunidad verkaufen vor ihren Häusern schmackhaften, selbstgemachten Honig, Käse und Marmelade de Guayaba, geröstete Erdnüsse und Grapefruit. Das Resultat meiner Verkostung lautet: Ausgezeichnet!

Einer der berühmtesten Einwohner war Polo Montanez. Er wuchs in Las Terrazas auf und arbeitete als Köhler, wie seine Familie, spielte nebenbei Gitarre und komponierte seine eigenen Songs. Ab und zu trat er im Tal auf, wenn Fiestas gegeben wurden. Ein ausländischer Besucher hörte seine Musik und holte Polo auf die Bühne. Es klingt wie ein Märchen, aber es ist wahr: Dadurch wurde er weltberühmt. Der Song mit dem Refrain „Soy un Idiota“ kennen alle europäischen Salsa-Schulen noch – ein beliebter alter Salsa Hit der auf keiner Fiesta fehlen darf! Der Bruder von Polo richtete in seinem Haus eine Gedenkstätte ein, nachdem Hermano Polo tödlich verunglückte. Er bleibt unvergessen!

Eine kleine Kaffeepause im Cafe Maria ist obligatorisch. Es gibt zwar keine Kaffeeplantagen mehr, aber hier und da wachsen noch einige Nachkommen von damals. 1961 wurden Köhler und Bauern gebeten in ein staatlich gebautes Steinhaus umzusiedeln und ihr Land dafür einzutauschen. Viele nahmen dieses Angebot an. Eine Verbesserung der Lebensumstände konnte man kaum abschlagen. Sie fanden Arbeit im Tourismus oder im Naturschutz. Einige Bauern behielten jedoch ihr Stück Land und damit ihre Selbständigkeit bis heute. Es wurden 6 Millionen Bäume gepflanzt, um den Kahlschlag der Franzosen und Köhler wieder auszugleichen. 1968 kamen sogar Waldarbeiter aus der damaligen DDR nach Kuba, um zusammen mit denn militärischen Reservisten diese Großanpflanzung zu realisieren. Las Terrazas wurde zum Naturschutzgebiet. Viele Vögel siedelten sich wieder an und es gibt sogar Nadelbäume, wie Pina Macho und sehr viel Hibiskus.

Naturparadies Las Terrazas

Brücken am Fluss San Juan

Bambusbüsche am Flussufer

Wellnessbad im Fluss San Juan

Frucht des Guira Baums

Der Fluss San Juan ist einige Kilometer vom Dorf "La Comunidad" entfernt. Man kann diese Strecke auch gut zu Fuß zurücklegen – eine Herausforderung – aber zum verschnaufen gibt es unterwegs einige Cafeterias (privat von den verbliebenen Bauern) oder umgefallene Baumstämme, auf denen man sich niederlassen kann. Der Fluss ist herrlich erfrischend und kleine Forellen tummeln sich zwischen den Steinen. Man sollte unbedingt ein Bad nehmen. Die Kubaner sagen, dass dieses Wasser verjüngende Wirkung hat. Ob dies an den Mineralen liegt oder einfach nur am kalten Wasser, das die Haut automatisch zusammen zieht und die Falten dabei strafft, lass ich einfach mal offen...

Der Fluß wird durch acht bis zehn Meter hohe Bambusbüsche gesäumt. Es fehlen eigentlich nur noch die Pandabären. Auch der Guira Baum beeindruckt immer wieder mit seinen überdimensionalen Früchten, die an aufgeblasene Birnen oder Melonen erinnern. Auf Kuba werden traditionelle Musikinstrumente daraus gefertigt und fanden früher auch als Küchenschalen ihre Bestimmung. Die Außenschale ist so hart, das man seine Suppe daraus löffeln konnte.

Für Naturfreunde gibt es noch "Cabanas Rustikal" zur Übernachtung. Rustikal bedeutet man schläft in der Hütte und geht draußen duschen oder zu den Toiletten. Eine Holzleiter, die einer Hühnerleiter sehr ähnelt, sorgt für einen sportlichen Auf- und Abstieg. Wer das Abenteuer liebt, sollte das mal versuchen, allerdings nicht ohne Moskito Netz. In Wassernähe schwirrt nachts alles Mögliche durch die Cabanas. Wer lieber bequem übernachtet, sollte das Hotel Moka mit seinem 100-jährigen Baum und atemberaubender Aussicht aufsuchen.

Der Besuch in Las Terrazas hat sich für mich definitiv gelohnt: Wandern, Baden, Vögel beobachten und wunderbare Aussichten!

Für Naturliebhaber: Cabanas Rustikal

Aussicht vom Hotel Moka

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