Costa Rica-Reise in Corona-Zeiten – ein Selbstversuch


Im Oktober erhielten wir bei avenTOURa eine gänzlich unerwartete, aber umso erfreulichere Nachricht: eine Einladung des costaricanischen Fremdenverkehrsamtes für eine Info-Reise Anfang November, um über die Lage vor Ort und die getroffenen Hygienemaßnahmen zu informieren. Lesen Sier hier, was unsere Reiseexpertin Cornelia in Costa Rica erlebt hat.

Natürlich war ich zunächst unsicher, ob es eine gute Idee wäre, in diesen Zeiten eine Fernreise anzutreten. Doch die Fakten zu den Reise-Formalitäten überzeugten mich schnell: Erstens ist für die Einreise nach Costa Rica nichts mehr weiter nötig außer einer Krankenversicherung, die auch die Behandlungskosten einer Covid-Erkrankung abdeckt sowie einer zusätzlichen Versicherung für Quarantänekosten in Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung vor Ort. Kein PCR-Test, keine Quarantäne nach Einreise, keine weiteren Dokumente außer dem Reisepass. Zweitens informierte ich mich über die Infektionszahlen vor Ort und kam zu dem Schluss, dass zwar weiterhin die Grenze von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern überschritten wurde, dennoch der Verlauf der Pandemie übers Jahr hin recht gut unter Kontrolle schien. Es gab weitaus weniger Todesfälle als in den meisten anderen Ländern Lateinamerikas und die Zahl der Neuinfektionen lag schon im Oktober deutlich unter der hierzulande, im November verstärkte sich dieser Trend noch. Also zögerte ich nicht länger und packte meine Sachen für eine vierwöchige Reise raus aus dem trüben Herbstwetter und rein ins Tropenparadies.

Waschstation zur Hygieneeinhaltung

Dank Homeoffice und digitalen Arbeitsformen konnte ich den Aufenthalt über die einwöchige Info-Reise hinaus individuell verlängern und insgesamt einen Monat in Costa Rica verbringen – im Nachhinein war es sicher das beste, was ich machen konnte, denn in dieser Zeit habe ich zuhause wahrlich nichts verpasst.

Woche 1: Inforeise des Fremdenverkehrsamtes

Das Prozedere des Eincheckens am Frankfurter Flughafen sowie der Flug selbst verliefen nicht anders als früher, mit der Ausnahme, dass in Warteschlangen auf Abstand geachtet wird und dass das Tragen der Maske auch während des Fluges obligatorisch ist. In Costa Rica angekommen wurde uns Einreisenden zunächst die Temperatur gemessen und dann unsere Versicherungspapiere mithilfe eines zuvor ausgefüllten virtuellen "Health pass" von der Einreisebehörde kontrolliert. Hier kann es zu Verzögerungen kommen, aber etwas Geduld muss man für solche obligatorischen Maßnahmen bei Fernreisen zu Zeiten einer Pandemie eben mitbringen.

Unsere kleine Gruppe, bestehend aus vier Produktmanagern von Reiseveranstaltern, einem Journalisten und einer Marketing-Beauftragten des FVA, wurde direkt am Flughafen von unserem Reiseleiter Isaac und Fahrer Andres in Empfang genommen. Auch hier wurde gleich auf die neuen Hygienemaßnahmen hingewiesen (Desinfektion der Hände und Füße beim Betreten des Bussen, Desinfektion der Gepäckstücke, Abstand im Bus).
Nach einer eher kurzen Nacht am Rande der Hauptstadt San José ging es gleich früh am nächsten Morgen per Bus und Boot weiter in das karibische Tiefland von Tortuguero, wo wir zwei Nächte in der Pachira Lodge verbringen sollten. In dieser Lodge sowie an vielen weiteren Stationen unserer Reise waren wir die ersten Besucher seit der Schließung des Landes im April und wurden daher fürstlich empfangen und umsorgt. Das Naturerlebnis in diesem autofreien, nur von Wasserstraßen durchzogenen Mini-Amazonas ist zu jeder Zeit beeindruckend, aber diesmal war es einfach grandios, denn wir hatten bei allen Boots- und Kayaktouren die Kanäle ganz für uns allein. Dies ermöglichte eine ungestörte und sehr direkte Wahrnehmung der Natur und die Beobachtung auch der scheueren Tierarten.

Kayaktour in den Mangroven von Tortuguero

Als nächste Station stand für uns Sarapiquí auf dem Programm. Diese zertifiziert nachhaltige Destination biete ein großes Angebot von Aktivitäten im Abentuer- und Agro-Tourismus im Einklang mit der Natur.
Im Reservat der Tirimbina-Rainforest-Lodge erfuhren wir mehr über den Anbau und die Verarbeitung des Kakaos. Das Reservat, welches auch zu wissenschaftlichen Forschungen zu Flora und Fauna genutzt wird, bietet den Besuchern ein Netz von lohnenden Wanderpfaden, eine beeindruckende Hängebrücke und eine angeschlossene Lodge. Nachdem wir hier den Río Sarapiquí schon von oben gesehen hatten, ging es für uns am nächsten Tag auf Tuchfühlung mit dem Fluss: Wildwasserrafting der Stufe 3+, sicher nichts für Wasserscheue, aber wir hatten sehr viel Spaß!

Die nächste Etappe unserer Reise führte uns zum Vulkan Arenal. Auch hier stand Abenteuer auf dem Programm, denn nach einer kurzen Wanderung durch den Regenwald ging es per Gondel hoch in die Lüfte und zur ersten Plattform einer Canopy-Anlage. Über sechs Drahtseile hinweg flogen wir dann mit Sicht auf den majestätischen Vulkan und den Stausee über 400 Höhenmeter wieder hinab- ebenso wie das Rafting sicher nicht jedermanns Sache, aber ein großer Spaß für alle Schwindelfreien!

Ein weiteres Highlight der Region, die stark von der Geothermie durch den noch immer aktiven Vulkan geprägt ist, sind die zahlreichen heißen Quellen, die man hier findet. Wir hatten Gelegenheit, sowohl die Baldí Hotsprings als auch die Anlage der Paradise Hotsprings zu besuchen und ausgiebig alle Becken zu testen. Ein Genuss für Körper und Seele.

Vulkan Arenal

Vorbereitung für das Canopy

Als letzte Station unserer geführten Reise steuerten wir die Strände und Inselwelt des Golfes von Nicoya auf der Pazifikseite des Landes an. Nach Überquerung der zentralen Cordillera gelangten wir zunächt an den Hafen von Puntarenas, wo wir das Marinemuseum mit Rettungsstation für verletzte Meerestiere besuchten. Anschließend ging es per Boot auf zur Erkundung zweier der vielen Inseln des Golfes: San Lucas, wo die Ruinen einer ehemaligen Strafkolonie besichtigt werden können und Isla Chiquita, wo uns eine ungewöhnliche Glamping-Anlage sowie ein köstliches Ceviche-Essen erwartete.
Pünktlich zum Sonnenuntergang zeigte sich der Golf auf der Rückfahrt noch einmal in spektakulärem Ambiente mit hinabstürzenden Kormoranen vor Himmelsleuchten am Horizont.

Golf von Nicoya

Der Abschied von Strand und Meer fiel uns an diesem Abend recht schwer, mussten doch die meisten der Reisegefährten am nächtsten Tag den Rückflug ins trübe November-Deutschland antreten.
Ein großer Dank, Lob und Anerkennung gebühren an dieser Stelle unserem hervorragenden und stets best-gelaunten Guide Isaac sowie dem sehr zuverlässigen Fahrer Andres, die -wie bei allen geführten Reisen- ja erst das Salz in der Suppe einer solchen Tour sind. Die Mitarbeiter im Tourismus-Sektor hatten aufgrund der Lage ein sehr schweres Jahr, und hier muss man bedenken, dass die Kette der Leistungsträger lang ist! Hoteliers, Köche, Zimmermädchen, Fahrer, Wachpersonal, etc., all diese standen von einem Tag auf den anderen quasi ohne Arbeit und ohne Einkünfte da. Umso größer ist die Freude und das Bemühen um die ersten Gäste, die nun seit Anfang Oktober nach und nach wieder ins Land kommen.

Ich hoffe sehr für sie alle, dass sie nicht mehr so lange warten und bangen müssen und dass sich trotz der vielerorts weiterhin schwierigen Corona-Situation wieder mehr internationale Touristen zu einer Reise in dieses Naturparadies entschließen werden.

Fortsetzung folgt...

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