Expedition durch den Humboldt-Park (Teil 1)


Der Alexander-von-Humboldt-Nationalpark im östlichsten Teil Kubas ganz in der Nähe des kleinen Küstenstädtchens Baracoa, ist mit seinen knapp 600 km² nicht nur der größte, sondern auch einer der schönsten und faszinierendsten Nationalparks Kubas. Benannt nach dem berühmten deutschen Naturforscher, der Kuba Anfang des 19. Jahrhunderts ausführlich bereist und beschrieben hatte, ist der Park bislang eines der noch am wenigsten erschlossenen Naturschutzgebiete. Lediglich ein verschwindend kleiner Teil am nordöstlichen Rand konnte bis vor kurzem von Urlaubern besucht und bewandert werden, was der Flora und Fauna dieses Gebietes sicherlich nicht geschadet hat.

Nur vereinzelte wissenschaftliche Expeditionen, auf der Suche nach noch unentdeckten endemischen Tier- und Pflanzenarten, konnten bis vor kurzem unter Aufsicht der kubanischen Umweltbehörden tiefer ins Parkinnere vordringen. Dies war die Ausgangslage, als ich Anfang 2004 das erste Mal in meiner Eigenschaft als Produktmanager bei avenTOURa mit dem Thema einer Parkdurchquerung konfrontiert wurde. Paul, ein fanatischer Radler war auf uns zugekommen, sein kubanischer Radreiseleiter Joaquin, der aus Guantanamo stammte hatte ihm berichtet, dass es doch sicher spannend wäre eine Parkdurchquerung für Touristen zu organisieren. Joaquin würde die Verantwortlichen vor Ort gut kennen und könnte helfen, die notwendigen Genehmigungen bei den kubanischen Ministerien für diese Unternehmung zu bekommen. Unsere Neugier war sofort geweckt. Eine Tour, die noch niemand vorher durchgeführt hatte, wäre natürlich eine ausgezeichnete Werbung für unser Unternehmen als Spezialist und so beschlossen wir uns des Themas anzunehmen und Kontakt mit den diversen Organisationen und Ministerien aufzunehmen.

Das dies kein einfaches Unterfangen würde, war uns von Anfang an klar, zumal in Kuba, das mit Sicherheit nicht unbedingt unbürokratischste Land der Karibik! Schnell wurde klar, dass es galt fünf Ansprechpartner unter einen Hut zu bringen. Neben dem Tourismusministerium und dem Ministerium der Streitkräfte waren noch die Umweltbehörde CITMA, die Naturschutzorganisation Flora y Fauna und die für derartige touristische Vorhaben in der Natur zuständige Spezialagentur Ecotur zu kontaktieren. Ein fast aussichtsloses Unterfangen, aber die Berichte von Paul und Joaquin hatten unsere Hoffnung genährt, mit den richtigen Kontaktpersonen im Rücken, vielleicht doch den Durchbruch zur Durchführung der faszinierenden Parkdurchquerung zu schaffen. Leider wurden unsere Bemühungen schon recht früh zunichte gemacht, Joaquin verschwand auf einer Auslandsreise im 'Goldenen Westen' und mit ihm die Kontakte, die das Unternehmen vielleicht möglich gemacht hätten. Wir mussten unsere Idee einer Trekkingtour quer durch den Humboldtpark leider begraben.

Viele Jahre blieb das Ansinnen zwar im Hinterkopf präsent, aber die politische Lage im Land ließ es leider nicht zu, den alten Plan wieder aufzunehmen. Eher zufällig kam es dann im Jahr 2012 zu einer Begebenheit, die den alten Traum urplötzlich doch wieder realisierbar erscheinen lie´ß. Ich war mittlerweilen nach Kuba übergesiedelt und war auf einer Prospektionsreise im Raum Baracoa unterwegs. Ich war fasziniert von der urwüchsigen Landschaft und den Wandermöglichkeiten und da stand ich nun an einem Aussichtspunkt des Wanderweges "Balcon de Iberia", den Blick auf die bewaldeten Berge des Humboldt-Parkes gerichtet.

Gleich nach unserer Rückkehr nach Baracoa am selben Abend telefonierte ich mit dem Agenturleiter von Ecotur und erfuhr, dass die Außenabteilung des Tourismusministeriums vor hatte neue Touristenattraktionen zu schaffen und sich kurz vorher ebenfalls an die Umweltbehörde mit der Bitte gewandt hatte, Möglichkeiten des Tourismus der Provinz zu finden und zu fördern. Es war also wieder Hoffnung in Sicht!

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