Kuba Reiseempfehlung: Provinz Granma


Wer nur zwei Wochen Urlaub zur Verfügung hat und zudem das erste Mal auf Kuba verweilt, durchfährt sie höchstens auf dem Weg nach Santiago und lässt sie zumeist links oder rechts des Weges liegen. Die Provinz Granma, benannt nach der kleinen Yacht, die im Jahre 1956 82 Rebellen rund um Fidel Castro nach Kuba brachte, um das Batista-Regime zu stürzen. Wer jedoch mehr Zeit mitbringt und Havanna, Viñales oder Trinidad schon auf früheren Reisen besucht hat, sollte es sich überlegen diese Provinz mehr als nur auf einem Zwischenstopp zu besuchen, es lohnt sich!

Koloniales Bayamo

Schon vor Fidel Castro war der Oriente und die heutige Provinz Granma der Ausgangspunkt von Rebellionen und Umsturzversuchen gegen die ausländischen Kolonialherren! Die heutige Provinzhauptstadt Bayamo, auch "Stadt der Pferdekutschen" genannt, hat sich ihren kolonialen Charme bis heute bewahrt und nur ab und an fallen die Touristen hier ein, meist als Zwischenübernachtung auf dem Weg nach Santiago oder in die Berge der Sierra Maestra. Touristenrummel ist hier nahezu unbekannt, Beschaulichkeit das Motto! Doch Vorsicht, die Stadt ist Herkunftsort so bekannter Figuren wie Carlos Manuel de Cespedes, der das Ende der Sklaverei in Kuba einläutete und mit seinem "Schrei aus Yara" zur Revolution gegen die Spanier aufrief! Er kam allerdings etwa 30 Jahre zu früh, denn erst unter Jose Marti und Gefolge wurden die spanischen Kolonialherren vertrieben. Doch ebenso wie die Nationalhymne "La Bayamesa", die hier das erste Mal gesungen wurde, steht er wie kein anderer für diese Stadt. Der Ort wurde im Kuba der jüngeren Geschichte durch einen fortschrittlich eingestellten Provinzfürsten ein wenig aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Erneuerungen und Angebote, die vor allem der einheimischen Bevölkerung zu Gute kamen, machten die Provinz lebenswerter als andere auf der Insel. Ein Familienessen im Restaurant oder vom Einkaufsbummel nicht mit leeren Taschen heimzukommen – hier ist es aufgrund erschwinglicher Preise möglich geworden, auch für Kubaner, die nicht an Devisentöpfe heranreichen oder im Tourismus arbeiten.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Wer Interesse an den Schauplätzen der Revolution um Fidel Castro hat, kommt um einen Ausflug in die nahen Berge der Sierra Maestra nicht herum. Nahe des kleinen Dörfchens Santo Domingo gut 80 Kilometer entfernt, in einem Seitental mitten in den bewaldeten Bergen, lag gut versteckt die Kommandantur Fidels, von der er seit 1957 den Krieg gegen die Batista-Diktatur leitete. Mehrere Hütten, einige renoviert, haben sich erhalten und können auf einer gut dreistündigen Wanderung besichtigt werden. Unter anderem das Lazarett Che Guevaras und die Radiostation Radio Rebelde. Der eintägige Ausflug kann sowohl mit dem Mietwagen, als auch ab Bayamo mit gebuchtem Transport unternommen werden. Denken Sie daran den Ausflug vorab anzumelden, denn Führer und Eintritte sind limitiert in der Sperrzone rund um den höchsten Berg Kubas, den Pico Turquino.

Nur gut 50 Kilometer westlich von Bayamo, in der Nähe des Ortes Manzanillo, können die Ruinen des ehemaligen Anwesens der Cespedes-Familie besucht werden. Hauptsehenswürdigkeit neben dem kleinen Museum ist die Freiheitsglocke, von der aus der erste Unabhängigkeitskrieg Kubas 1868 eingeläutet wurde. Schon aufgrund der historischen Bedeutung für Kuba ist der Ort sehenswert. Danach geht es an der Küste entlang nach Süden. Man durchfährt auf dem Weg nach Niquero auch die Ortschaft Media Luna, Geburtsort der Revolutionsheldin und engen Mitarbeiterin Fidel Castros, Celia Sanchez. In Niquero angekommen lohnt es sich Quartier zu beziehen, zum Beispiel im kleinen und vor kurzem renovierten Hotel Niquero. Der Ort eignet sich gut als Ausgangspunkt für Ausflüge in den nahen Nationalpark "Desembarco de Granma".

El Guafe und Cabo Cruz

Der Ort Las Coloradas beschreibt den Punkt an dem die Yacht Granma landete. Ein kleines Museum und die Kopie der Yacht sowie ein 1,3 Kilometer langer Betonsteg zum Landepunkt in den Mangroven erinnern an das geschichtsträchtige Ereignis. Nur unweit von hier ist auch der kleine Naturwanderweg "El Guafe" zu empfehlen, der in ca. zwei Stunden absolviert werden kann. Ein riesiger Kaktus, sowie Karsthöhlen, in denen die präkolumbianischen Ureinwohner ihre Naturgottheiten verehrten, können bestaunt werden. Endpunkt der Straße und südlichster Punkt Kubas ist der kleine Fischerort Cabo Cruz mit dem – heute leider nicht mehr zu besichtigenden – Leuchtturm. Wer sich die Zeit gut eingeplant hat, ist hier um die Mittagszeit und kann im kleinen Restaurant äußerst gut und überaus günstig Meeresfrüchte essen. Alle drei Besichtigungen können gut an einem Tag absolviert werden, sogar etwas Zeit am Sandstrand von Las Coloradas bleibt zur Erholung übrig!

Strand und Wasserfälle

Letzte Empfehlung meinerseits ist schließlich die Badebucht von Marea del Portillo in der Nähe von Pilon. Hier lässt es sich gut einige Tage erholen. Versäumen Sie nicht die Jeepsafari zu den Wasserfällen bei Las Yaguas. Die geübten Jeep-Fahrer meistern die schwierige Route problemlos, die selbst erfahrenen deutschen Autofahrern die (Angst-)Schweißperlen auf die Stirn treibt. Als Belohnung winkt ein Bad unter dem Wasserfall und ein gutes kreolisches Mittagessen mit Spanferkelfleisch!

Haben Sie Lust bekommen? Dann versäumen Sie nicht das nächste Mal einige Tage in dieser liebenswerten Provinz und seinen herzlichen Bewohnern zu verbringen!

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