Reisebericht: Kuba Rundreise

Meine erste Kuba Reise - oder wie ich lernte, diese Insel zu lieben


Während ihrer zwölftägigen Mietwagenrundreise durch West- und Zentralkuba erlebte unsere Kollegin Sabine Helwig die unglaubliche Vielseitigkeit der größten karibischen Insel. Sie entdeckte die beeindruckenden kolonialen Städte Havanna und Trinidad, besuchte das idyllische Tabaktal Viñales, einzigartige Nationalparks und karibische Strände. Dabei lernte sie vor allem die kubanische Gelassenheit und Herzlichkeit kennen und lieben. Lassen Sie sich verzaubern von einem Land zwischen Vergangenheit und Moderne…

Kurz nach meinem Einstieg bei avenTOURa bekam ich die Möglichkeit, das Land, mit welchem ich mich während der nächsten Zeit hauptsächlich beschäftigen würde, auf einer zwölftägigen Rundreise live zu erleben. Zusammen mit einer Kollegin reiste ich Ende Oktober 2017 zur Königin der Antillen. Meine Erwartungen waren groß – wenn auch ein wenig unklar. Ich hatte schon viel gehört über die Heimat des Rums und Tabaks, die schönen Strände, die vielfältige Natur und die turbulente Geschichte der größten karibischen Insel. Mich faszinierte der Gedanke, ein sozialistisches Land, das eine große Revolution durchlebt hatte, kennenzulernen. Wie viel war von dem alten Kuba noch übriggeblieben, und wie viel Modernität würde mir dort begegnen?

Ankunft in der Hauptstadt und Kennenlernen der Kollegen

Nach einem angenehmen Direktflug mit der Fluggesellschaft Condor trafen wir am Abend des 25. Oktober in der Hauptstadt Havanna ein. Vom Balkon des Hotel Inglaterra am Plaza Central hatten wir einen wunderschönen Ausblick auf die nächtliche Stadt. Wir öffneten die Balkontür, erblickten viele bunte Oldtimer und vernahmen rhythmische Klänge aus allen Richtungen. Dazu eine angenehm warme Brise, die man im November in Deutschland so schmerzlich vermisst. Trotz Müdigkeit hätte ich sofort in das quirlige Nachtleben Havannas eintauchen und mich von der Stimmung mitreißen lassen können.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf, um endlich die Gesichter hinter den E-Mail Adressen kennenzulernen, an die wir bereits so viele Nachrichten gesendet hatten. Im Edificio Bacardí wurden wir von unseren kubanischen Kollegen herzlich empfangen und bekamen die große und sympathische Reiseleiterin Eva an unsere Seite gestellt. Mit ihrer hervorragenden Ortskenntnis, viel Humor und tollen Insidertipps lenkte sie uns während der nächsten zwei Tage souverän durch die imposante Altstadt Havannas und die nähere Umgebung. Sie strahlte eine kubanische Gelassenheit aus, die man gerne bereit war, zu übernehmen. Die Hauptstadt selbst beeindruckte uns mit ihrer farbenfrohen, kolonialen Architektur, den prachtvollen Plätzen, der lebendigen Uferpromenade Malecón und der großen Lebensfreude der Bewohner.

Der Westen Kubas

Mit einem Mietwagen ging es für meine Kollegin und mich weiter westlich in Richtung Pinar del Rio. Auf dem Weg machten wir Halt in Las Terazzas, ein Ökoprojekt, welches westlich von Havanna im Naturschutzgebiet Sierra del Rosario gelegen ist. Die üppige grüne Natur war uns eine willkommene Abwechslung zum lauten Stadtleben Havannas. Ein kompetenter Guide erklärte uns alles über die Entstehung des Projekts und den Kaffeeanbau auf Kuba, bevor wir nach Soroa aufbrachen, um dem Wasserfall Salto de Soroa noch einen kurzen Besuch abzustatten.

Das schöne Tabaktal Viñales war die nächste Station unserer Reise. In unserer ersten Privatunterkunft, einer sogenannten Casa Particular, erfuhren wir, was kubanische Gastfreundschaft und Herzlichkeit bedeutet. Die sympathischen Besitzer Bernardo und Belkis hatten unser kleines aber feines Zimmer sehr liebevoll hergerichtet und überraschten uns am Morgen mit einem großen und abwechslungsreichen Frühstück. Von der Dachterrasse der Casa genossen wir am Abend den wunderbaren Ausblick auf das Tal, die Mogotenund den Sonnenuntergang. Viñales ist herrlich idyllisch und eignet sich hervorragend für all diejenigen, die die ländliche Seite Kubas kennenlernen, mehr über den Tabakanbau erfahren, aktiv sein oder einfach nur Ruhe finden möchten.

Der Abschied fiel uns nicht leicht, doch unser Weg führte uns weiter in den bekannten Badeort Varadero mit seinen weißen Stränden und dem türkisfarbenen Meer. Hier verbrachten wir zwei Nächte, besuchten viele unterschiedliche Hotels für Sie und wagten einen Sprung in kühle Nass.

Viñales

Die zentrale Südküste: Playa Larga, Cienfuegos und Trinidad

In Playa Larga, einem kleinen Fischerort an der Bahía de Cochinos, empfing uns die Casa del Buzo mit einem tollen Blick auf die berühmte Bucht. Der kleine, entspannte Ort eignet sich super für einen kurzen Zwischenstopp auf dem langen Weg von Viñales nach Cienfuegos – und ist nebenbei auch ein sehr guter Ausgangspunkt für Schnorchler und Taucher.

Cienfuegos war unser nächstes Ziel. Sofort wurde uns klar, weshalb die Stadt, die früher mal als Piratenstützpunkt diente, den bescheidenen Beinamen „Perle des Südens“ trägt. Klassizistische Bauten im französischen Stil verleihen dem gepflegten historischen Zentrum, das 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde, ein ganz besonderes Flair. Gemütlich schlenderten wir durch die Fußgängerzone, besuchten den maurischen Prunkpalast Palacio de Valle und ließen die Stadt auf uns wirken.

Auf Cienfuegos folgte mein persönliches Highlight der Reise: Trinidad. Die gemütliche Stadt am Fuße der wundervollen Berglandschaft Sierra del Escambray besticht mit ihrer großen Vielseitigkeit. In der hübschen kolonialen Altstadt reihen sich bunte Häuser eng aneinander, alte Kopfsteinpflastergassen mit zahlreichen Kunst- und Souvenirläden laden zum Bummeln ein und die prächtigen Herrenhäuser der Zuckerbarone am Plaza Mayor zeugen vom einstigen Reichtum der Stadt. Am Abend trifft man sich in der Casa de la Musica, um zu Mojitos und heißen Salsaklängen die kubanischen Nächte durchzutanzen. Wer am nächsten Tag zu müde für eine Stadtbesichtigung ist, schnappt sich ein Taxi und fährt hinaus zum schönen Hausstrand Playa Ancón.

Naturfans kommen im Nationalpark Topes de Collantes voll auf ihre Kosten. Mit unserem Mietwagen fuhren wir den steilen Berg hinauf zum Eingang des Parks, wo wir unseren kompetenten Reiseleiter trafen. Bei einer Wanderung erklärte er uns alles über die Tier- und Pflanzenwelt der Region und führte uns vorbei an Kaffeesträuchern, Bambusstämmen und kleinen Bächen zu einem Wasserfall, wo wir uns im eiskalten Wasser erfrischen konnten. Dank unseres Guides entdeckten wir auch den hübschen Nationalvogel Kubas, den Tocororo in den Bäumen. Bewaffnet mit roten und sehr aromatischen Indio Bananen für unseren netten Gastgeber kehrten wir am Nachmittag zurück in die schöne Casa Zenia, wo uns Bernardo und seine Frau mit einem frischen Mangosaft zu einem netten Gespräch im Schaukelstuhl begrüßten.

Über Santa Clara kehrten wir schließlich zurück nach Havanna, von wo aus wir wehmütig unsere Heimreise antraten.

Mein Fazit

Während meiner Reise erlebte ich Kuba als ein spannendes Land der Gegensätze, welches politisch, wirtschaftlich und technisch noch stark in der Vergangenheit lebt und sich gleichzeitig immer mehr den fortschrittlichen Einflüssen des Tourismus öffnet. So treffen alte Propaganda-Plakate, Lebensmittel- und Telefonkarten auf schicke internationale Boutiquen und Luxushotels, und Oldtimer und Ochsenkarren auf moderne Kreuzfahrtschiffe. Diese Kontraste und die große Vielseitigkeit machen Kuba zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ob Kultur, Städte, Natur oder Strand – Kuba hat für jeden etwas zu bieten. Letztlich ist es jedem Reisegast überlassen, welches Kuba er entdecken möchte. Ich jedenfalls verlasse die Insel reich an schönen Erlebnissen und interessanten Einblicken und Begegnungen.

  • Zuständigkeit

    Reiseberatung Kuba und Costa Rica, CSR

    Reiseerfahrung

    Kuba, Peru, Bolivien, Ecuador, Costa Rica, China, Nordafrika und viele Länder Europas

    Lieblingsstädte

    Heidelberg, Barcelona, Cusco, York

    Lieblingsgebiete

    Salar de Uyuni, Titicacasee, Colca Tal, Nebelwald bei Mindo, Cotopaxi Nationalpark

    Mein Herz schlägt für

    Fremde Länder, kulturelle Begegnungen, exotisches Essen, beeindruckende Naturlandschaften und gute Musik

    Der besondere Tipp

    Ein abendlicher Besuch der Calle de la Ronda in Quitos Altstadt: Probieren Sie die landestypischen Speisen und genießen Sie einen heißen Canelazo bei guter Livemusik

    Hobbies

    Wandern, Rad fahren, Longboarden, Lesen, Reisen

    Mein Lebensmotto

    Life’s too short – tu, was du liebst, träume groß und wandere mutig und offen durch unsere Welt, sie ist wunderschön.

avenTOURa ist mit Auszeichnungen und Mitgliedschaften seit mehr als 20 Jahren in der Touristikbranche etabliert.