Naturparadies Galápagos Inseln


avenTOURa-Mitarbeiterin Stefanie Wachter inspizierte eine Woche lang die faszinierenden Galápagos Inseln und fühlte sich zwischen urzeitlich anmutenden Meeresechsen, feuerroten Klippenkrabben und zentnerschweren Riesenschildkröten in eine andere Welt versetzt.

San Cristobal – Die Seelöweninsel

Ich freute mich schon sehr auf meine Galápagos Reise und wurden schon direkt nach der Ankunft am Flughafen von San Cristobal und der Fahrt in den, etwas verschlafen wirkenden, Ort Baquerizo Moreno von einer Schar freundlicher Seelöwen an der Uferpromenade begrüßt. Im Vergleich zu den beiden anderen bewohnten Orten des Inselarchipels hat man hier das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist. In der ruhigen Bucht tummeln sich kleine Fischer- und Ausflugsboote und am schönen Sandstrand "Playa Mann" kann man direkt neben spielenden und sich balgenden Seelöwen zu Mittag essen. Im kleinen Strandlokal, in dem fast ausschließlich Einheimische anzutreffen sind, wird ein typisches „almuerzo“ (Mittagessen) bestehend aus frischem Fisch, Reis und Salat serviert. Aber auch das traditionelle „Ceviche de camarónes“ (in Zwiebeln und Limettensaft eingelegte Garnelen) steht auf der kleinen Tafel.

Seelöwen auf San Cristobal

Eine kurze Wanderung führte mich am Nachmittag durch das interessante Interpretationszentrum zum Aussichtshügel Tijeretas, von welchem man einen tollen Panoramablick über die ganze Küste bis hin zur Felseninsel Leon Dormido hat. Von der Dachterrasse des hübschen Hotels Casa Blanca konnte ich am Abend einen phantastischen Sonnenuntergang beobachten, der die friedliche Stimmung in der Bucht noch unterstrich. Allein das leise Bellen der Seehunde, die sich bei Einbruch der Dunkelheit am Strand eng aneinander schmiegten, war zu hören.

Während der Schnorcheltour rund um die enormen Felsnadeln der Insel Leon Dormido begegneten wir am folgenden Tag riesengroßen Fischschwärmen, Schildkröten und ein paar Haien. Nicht selten trifft man hier sogar auf Hammerhaie, erklärte uns der gut gelaunte Nationalpark Guide Daniel. Zu gerne hätte ich noch ein paar Tage länger zwischen den niedlichen Seelöwen und roten Klippenkrabben verweilt, die einen eindrucksvollen farblichen Kontrast zum schwarzen Lavagestein bildeten. Aber das Speedboat zur nächsten Insel – Santa Cruz – wartete bereits.

Santa Cruz – Touristisches Zentrum des Nationalparks

Nach zweistündiger Fahrt über den offenen Pazifik auf dem Oberdeck eines kleinen Schnellbootes stieg ich mit etwas wackeligen Knien in das Taxiboot, das uns zur Bootsanlegestelle von Puerto Ayora brachte. Im Gegensatz zu Baquerizo Moreno reihen sich hier Reisebüros, Restaurants, Hotels und Souvenirgeschäfte dicht aneinander. Mit rund 12.000 Einwohnern ist Puerto Ayora der größte und bedeutendste Ort der Galápagos Inseln. Von hier aus werden auch Tagesexkursionen zu den kleineren, unbewohnten Inseln angeboten, wie z. B. Santa Fe, Plazas Sur, Bartolomé, Pinzón oder North Seymour.
Ich besuchte die Charles Darwin Station, in der man sich über die Forschungsarbeit des Nationalparks und die Schutz- und Bildungsmaßnahmen zur Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt informieren kann. Im Außenbereich befindet sich eine kleine Aufzuchtstation, in der sich Riesenschildkröten, Landleguane und Darwinfinken beobachten lassen. Nicht versäumen sollte man einen Abstecher zur wunderschönen Bucht, die direkt neben der Station liegt und zu einem Sprung ins kühle Meer einlädt. Auf dem kurzen Weg dorthin durchquert man auf einem kleinen Pfad ein Nistgebiet von Meeresleguanen.

Strand vor der Charles Darwin Station auf Sant Cruz

Nach dem ich die Nacht im freundlichen Hostal Posada del Mar verbracht hatte, schloss ich mich am nächsten Tagen einer Bootstour an, um die sehenswertesten Orte rund um Puerto Ayora kennenzulernen. In der Lobería begrüßten uns lustige Blaufußtölpel, stolze Fregattvögel sowie plantschende Seelöwen, die uns auch beim Schnorcheln unter Wasser umrundeten und neugierig betrachteten. Im Anschluss gab es die Möglichkeit im türkisfarbenen Süßwasserpool Las Grietas zwischen wunderschönen Fischen zu schwimmen oder durch einen kleinen Mangrovenwald mit Haien zu schnorcheln.

Am Nachmittag unternahm ich einen schönen Spaziergang durch einen Optunia Wald zur Tortuga Bay, einem langen feinsandigen Strand - zum Baden aufgrund der starken Strömung allerdings weniger geeignet, jedoch aufgrund der guten Wellen beliebt bei den Surfern. Am Ende des Strandes befindet sich der von schwarzen Meeresechsen gesäumte Übergang zur Bucht Playa Mansa, in der das Wasser ruhig in der Bucht liegt und wo man wunderbar schwimmen kann. Im Hochland der Insel besuchte ich noch die Schildkrötenfarm Rancho Primicias, in der verschiedene Schildkrötenarten in ihrer natürlichen Umgebung leben. Im Anschluss an den Rundgang durch das Reservat kann man noch durch den angrenzenden Lava Tunnel wandern.

Isabela - Brodelnde Vulkane und phantastische Unterwasserwelt

Isabela ist die größte und für viele die schönste Insel des Galápagos Archipels. Sie ist aus sechs Vulkanen zusammengewachsen, von denen einige noch aktiv sind. Aktuell meldet die Nationalparkbehörde Lava Eruptionen und Rauchschwaden aus dem Kraterinneren des Vulkans Sierra Negra und seinem kleinen Nachbarn, dem Vulkan Chico. Eine geführte Tour zum Aussichtspunkt am Kraterrand des Sierra Negra ist unter Beachtung gewisser Vorsichtsmaßnahmen dennoch möglich. Wenn man - so wie wir - Glück hat und sich hier oben der Nebel verflüchtigt, eröffnet sich ein grandioser Blick in die enorme Caldera.
Isabela bietet jedoch weit mehr als Vulkankegel und kochende Erdspalten. Die Unterwasserwelt rund um die Insel ist bekannt für eine herausragende Vielfalt an Amphibien, Reptilien und Pflanzen – ein Eldorado für Taucher und Schnorchler! Zwei beliebte Schnorcheltouren führen zu den unterirdischen Lavatunneln Los Tuneles und den Tintoreras Inseln. Weißspitzenhaie, Mantarochen, Seepferdchen, Tintenfische, Schildkröten, Seesterne und zahlreiche schillernde Fischarten trafen wir hier an. Und wir sahen sogar einige Pinguine, phantastisch!

Krater am Vulkan Sierra Negra

In der Schildkrötenaufzuchtstation nahe Puerto Villamil informierte ich mich über den Prozess vom Schlüpfen der kleinen „tortugitas“ (Baby Schildkröten) bis hin zu ihrem Heranwachsen zu allein überlebensfähigen Tieren, die dann von den Parkwärtern wieder in ihre natürlichen Habitate ausgesetzt werden. Wer sich gerne etwas sportlich betätigen möchte, kann sich in Puerto Villamil ein Mountain Bike ausleihen und an wilden Stränden und Flamingo Lagunen vorbei zur Tränenmauer radeln. Aber Achtung: Leguane und Schildkröten sitzen hier oft mitten auf dem Weg! Der weitläufige feine Sandstrand von Puerto Villamil lädt zum Baden und Chillen unter Kokospalmen ein. Auch kann man hier das neckische Spiel der Fregattvögel aus nächster Nähe beobachten. Mein Tipp: Ein Piña Colada zum Sonnenuntergang auf der Terrasse des Hotels Casa de Marita.

Aus Gesprächen erfuhr ich, dass die meisten der älteren Inselbewohner sich einst ihr tägliches Brot beim Fischen verdienten, bevor der Tourismus auf Isabela vor ca. 20 Jahren aufblühte und neue Perspektiven schafte. So war z.B. auch Fernando, der Inhaber des Tauchtourenveranstalters „Isabela Dive Center“ ursprünglich Fischer. Auch erfuhr ich von Patricio, der an einem kleinen Straßenstand in Pt. Villamil Kokosnüsse für 3,- USD das Stück an Touristen verkauft, dass er das Fischerdasein zugunsten eines lukrativeren Geschäfts an den Nagel gehängt hat. Die Einheimischen scheinen auf der einen Seite dankbar zu sein für diese Entwicklung, sehen jedoch auf der anderen Seite auch etwas besorgt der Zukunft entgegen, da die Anzahl der Besucher auf Isabela stetig wächst. Hier ist ein gutes Management des Nationalparks gefragt um die wirtschaftlichen Interessen der Bevölkerung und die Interessen der Besucher mit dem Erhalt des sensiblen ökologischen Gleichgewichts in Einklang zu bringen.

Mein Fazit

Es war eine sehr informative, eindrucksvolle und emotionale Reise. Die vielen endemischen Tierarten, die ohne natürliche Feinde so friedlich nebeneinander her existieren und die wilden, unberührten Strände – man fühlt sich ein wenig in einen Robinson Crusoe Roman versetzt…oder direkt ins Paradies :-)

  • Zuständigkeit

    Reiseberatung und Produktmanagement Ecuador und Chile

    Reiseerfahrung

    Ecuador, Chile, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Peru, Kolumbien, Venezuela, Mexico, Guatemala, Belize, Honduras, Cuba, Nepal, Thailand, China, Marokko und Europa

    Lieblingsstädte

    Buenos Aires, Barcelona, Havanna

    Lieblingsgebiete

    Cotopaxi (Ecuador), Fitz Roy und Perito Moreno (Argentinien), Nationalpark Iguazú (Argentinien, Brasilien), Salar de Uyuni (Bolivien), Lago Atitlan (Guatemala), Annapurna (Nepal), die Alpen

    Mein Herz schlägt für

    Salsa und Berge

    Der besondere Tipp

    Tafelbergtrekking auf den Auyan Tepui (Canaima Nationalpark, Venezuela)

    Hobbies

    Reisen, Salsa tanzen, Trekking, Radeln, Skifahren, Kochen

    Mein Lebensmotto

    Der Weg ist das Ziel

avenTOURa ist mit Auszeichnungen und Mitgliedschaften seit mehr als 20 Jahren in der Touristikbranche etabliert.