Neue Normalität im Land der Vulkane


Als am 14. März diesen Jahres in Ecuador der komplette Lockdown beschlossen wurde, konnte noch niemand ahnen, welches Aussmaß und vor allem welche Dauer die Corona Pandemie annehmen würde. Nach dem anfänglichen Chaos, vor allem in der Hafenmetropole Guayaquil, wo durch drastisch ansteigende Infektionszahlen Krankenhäuser kollabierten, verhängte die Regierung des Präsidenten Moreno den landesweiten Aussnahmezustand und eine zusätzliche allabendliche Ausgangssperre.

Die letzten Touristen verliessen im März das Land Ecuador, und Fahrverbote sowie das absolute Brachliegen des öffentlichen Verkehrs verwandelten Quito fast in eine Geisterstadt, in der mehr und mehr Tauben, Fahrräder und leider auch ein Anstieg der Armut zu sehen war. Während die Zentralregierung durch gleich mehrere Korruptionsskandale immer weiter an Glaubwürdigkeit und Zustimmung verlor, stellte sich das Krisenmanagment in der Hauptstadt Quito durch den Arzt und Bürgermeister Jorge Yunda, durch seine Transparenz und Komunikationsfreudigkeit als proffesionell und effizient dar. Mitte September endete dann, eher aus verfassungsrechtlichen Gründen, der nationale Aussnahmezustand und die Ausgangssperre. Der öffentliche Verkehr kehrte stückweise und unter sanitären Sicherheitsauflagen zurück und auch weitere “Lockerungen” wirkten sich zum Glück nicht negativ auf die Infektionszahlen aus. Riesige Notaufnahmelager die kurzfristig eingerichtet wurden, so im alten Flughafen von Quito, blieben weitgehend ungenutzt. Ecuador meldet derzeit offiziell 141.339 Corona-Fälle und hat 11.681 Tote zu verzeichnen (Stand 05.10.20. / COE Nacional). Sinkende Zahlen von Neuinfektionen (305 landesweit am 04. Oktober) bedeuten zwar noch lange nicht, dass die Pandemie unter Kontrolle ist, zeigen aber auf, dass die sehr rigide Kontrolle der Maskenpflicht durch Polizei und Militär – bei deren Missachtung Strafen von über hundert Dollar zu zahlen sind – ihre Wirkung nicht verfehlt. Im Straßenbild Quitos ist praktisch niemand ohne Maske zu sehen. Geschäfte, Banken und Supermärkte haben Abstandsmarkierungen auf die Straße gemalt, beim Eingang wird eine Schuh- und Handdesinfektion durchgeführt und obligatorisch Fieber gemessen. Cafeterias, Restaurant und auch die Kirchen der Altstadt sind nun unter strengen Auflagen und mit 50% der Kapazität wieder geöffnet. Auch die Nationalparks und Naturschutzgebiete empfangen wieder die ersten Besucher. Wie Ecuador allerdings ohne eigene Landeswährung (seit dem Jahr 2000 ist der US Dollar die offizielle Währung) und somit extrem abhängig von Diviseneinnahmen, die wirtschaftliche Krise überwinden kann, bleibt abzuwarten.

Der für die Wirtschaft des Landes wichtige Turismussektor liegt nachwievor praktisch komplett brach, Hilfeleistungen von staatlichen Stellen sind nicht vorhanden. Im Februar nächsten Jahres sind Präsidentschaftswahlen in Ecuador, und alle aussichtsreichen Kandidaten haben sich die Reaktivierung des Turismus als oberste Priorität auf ihrer Fahnen geschrieben. Wer auch immer gewinnen möge, eine leichte Aufgabe steht der kommenden Regierung nicht bevor.

Als kleiner Reiseladen und deutschsprachiger Tour Operator, hat es Latina Real Tours Ecuador Dank Homeoffice und Kurzarbeit geschafft keine Angestellten zu entlassen, und blickt trotz aller widrigen Umstände mit Optimismus auf das kommende Jahr. Zuversicht gibt dabei die Tatsache, dass die höchsten schneebedeckten aktiven Vulkane der Welt, fantastische Bergseen, eine atemberaubende Artenvielfalt im Amazonasgebiet und in den tropischen Bergnebelwäldern, sowie die einzigartigen Galápagos Inseln, nachwievor einen Besuch des schönsten Landes Südamerikas zu einem einmaligen, unvergesslichen Reiseerlebnis werden lassen.

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