Reis und Bohnen


... sind heute - fast wie die Touristen - überall auf Cuba anzutreffen, und "zugereiste" wichtige Bestandteile der kubanischen Esskultur. In der kubanischen Küche spiegelt sich beispielhaft der Schmelztiegel der Kulturen wieder, die die Gewohnheiten und Essgebräuche der Karibikinsel in den letzten Jahrhunderten beeinflusst und verändert haben.

Die, vor Ankunft der Spanier, auf Cuba lebenden Ureinwohner lebten hauptsächlich von der Jagd nach Wildtieren und Fischen und nutzten als Beilage heimische Wurzeln und Knollenfrüchte wie Yucca, Malanga oder die Boniato genannte Süßkartoffel. Auch Mais wurde schon kultiviert. Dass heutzutage Reis und Bohnen den kubanischen Speiseplan beherrschen hat man im Falle von Bohnen den Kolonialherren aus Spanien zu verdanken, der Reis wurde dann ab dem 19. Jahrhundert von asiatischen Einwanderern beigesteuert.

Auf der Basis dieser zwei Grundnahrungsmittel haben die Kubaner in den letzten Jahrhunderten eine Vielzahl wohlschmeckender Gerichte entwickelt, die ich hier im Folgenden kurz vorstellen möchte. Vor den Genuss hat der (kubanische) Herrgott allerdings den Schweiß gesetzt. In Deutschland und weiten Teilen der westlichen Welt ist man es ja schon seit langem gewohnt, Reis oder Bohnen im Supermarkt quasi "essfertig" einzukaufen, die Kochkunst beschränkt sich zumeist darauf den Reis in Wasser zu kochen oder die Dosen-Bohnen in der Mikrowelle zu erhitzen.

Reis und Bohnen heute

Im heutigen Cuba ist das anders. Zwar gibt es auch hier im Supermarkt importierten feinen Reis im Beutel oder Bohnen zu kaufen, allerdings zu Preisen, die sich auf Dauer kein normaler kubanischer Haushalt leisten könnte. Zumal beim großen Bedarf der, bei nahezu zu jedem Essen, benötigten Lebensmittel. Somit bleibt der kubanischen Hausfrau nur die auf Libretta (kubanisches Lebensmittelheft) erhältliche monatliche Menge der staatlich subventionierten Lebensmittel oder der Gang zur Bodega (Geschäft für staatlich subventionierte Güter). Hier kostet das Pfund des - zumeist importierten - Reises 4 bis 5 kubanische Pesos, das Pfund Bohnen ist für 10 Pesos erhältlich, das ist zwar immer noch nicht wirklich billig, aber erschwinglich wenn da nicht der berühmte Haken wäre: Die Ware ist oft minderwertig und verschmutzt und muss daher vor dem Kochen aussortiert und gewaschen werden. Sie kennen das ja vom Aschenputtel, nur die Guten landen im Töpfchen, und sofern Sie schon einmal auf Cuba waren haben sie sicherlich die ein oder andere Kubanerin bei dieser Tätigkeit beobachten können.

Die Bohnen werden sortiert

Congri

Cubas Lieblingsgerichte

Die nächste Kochstufe ist dann der Gebrauch der "Arrozera" (Reiskocher) und der "Reina" (Schnellkochtopf), zwei Utensilien, die in keinem kubanischen Haushalt fehlen dürfen. Das Resultat kann sich zumeist sehen bzw. schmecken lassen. Hier nun in Kurzform eine Aufzählung der meistgekochten Reis- und Bohnengerichte, aber jeder gute kubanische Köchin hat natürlich noch das ein oder andere Spezialrezept in der Hinterhand!
Neben der Grundform des einfachen weißen Reises oder der dicklichen, Potaje genannten, Bohnensuppe gibt es natürlich auch noch andere Spiel- und Mischformen. Ganz oben in der Gunst der Kubaner steht der "Congri" – Reis mit Bohnensud gekocht und schwarzen Bohnen. Die Wortschöpfung Congri, kommt ursprünglich aus Haiti und entstammt dem Französischen.

Der normale Mix aus weißem Reis und schwarzen Bohnen wird oft auch "Moros y Christianos" genannt. Hier stehen die Bohnen historisch für die schwarzen Mohren und der Reis für die zumeist weißen spanischen Christen. Bohnen gibt es im übrigen in fast allen Schattierungen, von tiefschwarz über rotbraun bis weiss, eine Farbpalette, die man identisch auch bei der kubanischen Bevölkerung finden kann. Desweiteren ist auch der "Arroz Amarillo" (gelber Reis) beliebt, hier wird der Reis mit diversen Zutaten wie Zwiebeln, Paprika und Fleisch- oder Geflügelstückchen gekocht. Die gelbe Färbung wird durch das Beifügen von "Bijol-Pulver" erreicht, das aus dem Orleans- oder auch Rukusstrauch genanntem Gewächs gewonnen wird und im tropischen Amerika heimisch ist. Das Ergebnis ähnelt der spanischen Paella! Aus der chinesischen Küche übernommen wurde letztlich der frittierte Reis, auch er wird mit Fleisch und diversen Zutaten zubereitet, der Knoblauch darf im übrigen niemals fehlen! Als Nachtisch ist der "Arroz con Leche" zu nennen, der sich wie bei uns der Milchreis nicht nur bei den kubanischen Kindern hoher Beliebtheit erfreut!

Wer die Gerichte nach dem Cuba-Urlaub zu Hause nachkochen möchte, findet mittlerweilen in den meisten Buchhandlungen dementsprechende Kochbücher mit kubanischen Rezepten oder "googelt" im Internet. Am Besten schmecken die Gerichte allerdings hier auf der "Pirateninsel" ... Guten Appetit!

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