Reisebericht: Bienvenidos a Cuba


Kuba gehörte schon lange zu den eintausend – oder bescheidener: zu den einhundert – Plätzen, die wir unbedingt noch besuchen wollten, bevor wir sterben. Nun war es soweit...

Nach der Entscheidung endlich nach Kuba zu reisen, mussten wir die nächste Entscheidung treffen: Individualreise oder Gruppenreise? Fiel uns nicht leicht, da wir bisher noch nie eine Rundreise gemeinsam mit unbekannten Menschen unternommen hatten. Ausschlaggebend für die Entscheidung, das Abenteuer einer Gruppenreise einzugehen, war das Angebot von avenTOURa. Das Programm "Cuba real" enthielt – neben den üblichen touristischen Zielen – eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Einheimische und deren Leben etwas näher kennenzulernen: Mehrere Nachbarschafts-, Kunst- und Sozialprojekte, einen Maler in einer der wenigen neu zugelassenen Privatgalerien, eine Familie mit ihrer Privatpension, Bauernfamilien in der Sierra Maestra und einen Tabakbauern im Vinales-Tal. Die Reise fand in der zweiten Hälfte Februar bis Anfang März statt (19 Tage inklusive unserer Verlängerungstage am Strand) – übrigens: außer einem Regentag durchgehend sonnige Tage mit angenehmen Reisetemperaturen. Mit unserem Reisebus fuhren wir von Havanna über Cienfuegos nach Trinidad. Danach ging es nach Camagüey und nach Bayamo. Von dort ein Ausflug in die Sierra Maestra. Nächste Station war dann Santiago de Cuba. Rückflug nach Havanna und weiter per Bus in Richtung Westen mit Zielen in Sierra del Rosario und im Vinales Tal. Abschließend drei Strandtage auf Cayo Levisa. Ein Fazit: Wir haben Land und Leute so kennenlernen können, wie wir es gewünscht hatten. Und die zwölfköpfige Reisegruppe hat ohne Stress und Probleme funktioniert.

Havanna

Über Havanna, dem Ausgangs- und Endpunkt unserer Reise, lässt sich viel erzählen, weil man viel erleben kann. Deshalb hier nur ein paar persönliche Eindrücke und Highlights:

  • Die Altstadt von Havanna (Weltkulturerbe) ist prächtig renoviert – überwiegend finanziert von der UNESCO. Nur wenige Straßenzüge außerhalb des Altstadtkerns schaut es dagegen pittoresk aus (aus Sicht eines Touristen) oder katastrophal (aus Sicht eines Bewohners).
  • Auf den Spuren von Ernest Hemingway machen wir ein Barhopping und trinken einen Daiquiri im El Floridita und einen Mojito in der Bodequita del Medio.
  • Ibrahim Ferrer vom berühmten Buena Social Vista Club besuchen wir – auf dem Friedhof Colón.
  • Abends ein Bummel auf der berühmten Uferpromenade Malécon.
  • Beim Besuch des Nachbarschafts- und Kunstprojekts “Muraleando” und des Projekts “Maestro Papito” (Ausbildung Jugendlicher zum Friseur) lernen wir ein wenig mehr aus dem Alltagsleben der Cubaner kennen.

Kubas Osten

Von Havanna aus geht es in Richtung Südosten nach Trinidad. Zwischenstation machen wir in Cienfuegos mit Stadtrundgang und Mittagessen in einem schönen Lokal am Meer. In Trinidad, einer der schönsten Städte auf unserer Rundfahrt, bleiben wir zwei Tage und übernachten bei kubanischen Gastgebern in einer “casa particular”, einer Privatpension. Über Sancti Spiritus fahren wir weiter nach Camagüey. Hier lernen wir das Kulturprojekt “Camaquito” kennen, ein Förderprojekt für Kinder. Die nächste Station ist Bayamo, zweitälteste Stadt Kubas. Am Plaza del Hymne Nacional wird an Peruecho Figueredo erinnert; er komponierte die Hyme la Bayamesa, die später zur Nationalhymne wurde. In einer der ersten privaten Galerien Kubas lernen wir den Maler Alexis Pantoja kennen. Von Bayamo aus machen wir einen Ausflug in die Sierra Maestra, dem Rückzugsgebiet von Fidel Castro und seinen Kämpfern während der Revolution. Bei einer Wanderung werden wir in ein Bauernhaus zum Kaffee eingeladen.

Was uns überrascht: Zum Teil wird zwar am offenen Feuer gekocht, aber es gibt auch Strom, um Reistopf und Schnellkochtopf zu betreiben. Die Erklärung: Fidel Castro hatte versprochen, dass nach der Revolution jeder Cubaner – egal, wo er wohnt – Strom bekommt und als Standardausstattung die besagten zwei Töpfe. Offensichtlich wurde dieses Versprechen eingehalten. Auf dem Rückweg gibt es bei “Oma Maria”, so genannt von unserer Reiseleiterin, noch einen selbstgerösteten Kaffee.

Auf dem Weg nach Santiago de Cuba besichtigen wir die Basilica del Cobre, einer bekannten Pilgerstätte, die der Barmherzigen Jungfrau des Kupfers, der Nationalheiligen Kubas, gewidmet ist. In Santiago de Cuba, der heimlichen Hauptstadt Kubas, übernachten wir in einem schönen alten Hotel mitten im Zentrum der Altstadt. Wir blicken auf den Parque Céspedez, Mittelpunkt und Herz Santiagos. Rund um den Platz schön restaurierte Häuser; ein paar Straßen weiter sieht es dann ganz anders aus. Ein abendlicher Spaziergang führt uns in die Casa de la Trova – ein Muss. Ein Ausflug in die Umgebung von Santiago führt uns unter anderem in einen schön angelegten Botanischen Garten und zu einer Kaffeeplantage, die weitgehend in ihrem Originalzustand erhalten ist. Sie gehörte einem französischen Pflanzer. In der restaurierten Hacienda befindet sich ein Museum, das einen Einblick in das damalige Leben gibt. Mit dem Besuch einer Tanzshow in unserem Hotel lassen wir einen weiteren Abend in Santiago ausklingen.

Kubas Westen

Von Santiago fliegen wir zurück nach Havanna und vom Flughafen dort gleich weiter mit dem Auto in den Westen Kubas. Die Sierra del Rosario mit der Comunidad Las Terrazas ist unserer erstes Ziel. Vor dem Rundgang durch das Künstler- und Touristendorf wird uns musikalisch eingeheizt (und zum Kauf einer CD animiert). Auf dem Weg in Richtung Vinales-Tal schauen wir uns einen Laden an, in dem die Einheimischen sehr billig Grundnahrungsmittel und Haushaltsgegenstände kaufen können – allerdings begrenzt. Dafür gibt es ein “Haushaltsbuch”, in dem festgehalten ist, für wieviele Personen eingekauft werden darf, und in das jeder Einkauf eingetragen wird. An der Strecke nach Vinales liegt das Dorf Puerto del Golpe, wo wir das Nachbarschafts- und Kunstprojekt El Patio de Pelegrin kennen lernen. Der Künstler Mario Pelegrin hat hier einen Ort der Begegnung und Kunst geschaffen, insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Der Ort Vinales ist ein nettes, ruhiges Dorf, an dessen Hauptstraße sich rechts und links niedrige Holzhäuser mit Veranden reihen. Abends ist dann schon was los, zum Beispiel im Kulturzentrum Polo Montanez, wo junge Talente Musik machen. Das Tal Vinales ist bekannt für den Tabakanbau. Deswegen besuchen wir einen Tabakbauern und machen mit ihm eine kleine Wanderung, bei der er uns einiges rund um den Tabakanbau erklärt. Wir treffen seinen Bruder mit dessen Sohn. Der Neffe zeigt uns, wie aus getrockneten Tabakblättern Zigarren entstehen. Zum Abschluss unserer Wanderung gibt es in dem kleinen Restaurant des Tabakbauern ein landestypisches Mittagessen. Zum Ende unserer Cuba-Rundreise gönnen wir uns ein paar Strandtage auf Cayo Levisa, bevor wir dann von Havanna nach Hause fliegen.

Quelle: roaringforties.de
Fotos: Gudrun Schick

avenTOURa ist mit Auszeichnungen und Mitgliedschaften seit mehr als 20 Jahren in der Touristikbranche etabliert.