Reisebericht: Mit dem Mietwagen durch Peru


Diese Reise hatten wir schon einige Male verschoben - aber nun war es endlich so weit! Am Karfreitag spät abends ging es los. Nach einem langen, jedoch angenehmen Flug landeten wir in Lima und begannen unsere unvergessliche Mietwagen-Rundreise...

Ankunft in Lima morgens um 09:30 Uhr. Bevor wir mit unserem "Abenteuer Mietwagenreise" durch Peru beginnen, müssen wir uns erstmal um nichts kümmern. Am Flughafen wartete bereits Maira mit Fahrer auf uns. Eine gute halbe Stunde später sind wir in unserem Hotel Casa Andina Select in Miraflores, wo wir die nächsten zwei Nächte bleiben werden. Trotz Müdigkeit machen wir uns zu unserer ersten Sightseeing Tour durch Miraflores auf. Zuerst wird jedoch eine peruanische Prepaidkarte (ca.10€) gekauft, damit beim Kontakt mit den Agenturmitarbeitern vor Ort keine Roaming Gebühren (ca 4,90€/Min) anfallen.

Es ist Abend geworden und wir sind hungrig. Unweit von unserem Hotel finden wir ein kleines, feines Restaurant. Wir stoßen auf den Beginn unseres Urlaubs in Peru mit einem Pisco Sour an. Ceviche, das Nationalgericht Perus, wird auch gleich probiert. Lecker! Es ist jetzt kurz vor 21:30 Uhr und wir sind todmüde. Jetzt geht es ab ins Bett. Morgen wollen wir uns das historische Zentrum von Lima anschauen, aber vorher erst mal ausschlafen. Bis jetzt geht es uns gut und alles hat soweit gut geklappt.

Ostersonntag in Lima

Nach dem Frühstück lassen wir uns mit dem Taxi (Preis vorher aushandeln) ins Zentrum von Lima fahren. Irgendwie hat es uns gewundert, dass kaum Menschen auf der Straße sind, aber nachdem wir auf die Plaza Mayor kamen, wussten wir warum. Einheimische und Touristen strömten in die Kathedrale. Davor wurden aus bunten Steinen, Sand und Blumen riesige Heiligenbilder ausgelegt. Nachdem wir uns das historische Zentrum von Lima in Ruhe angeschaut hatten, fuhren wir nach Barranco. Wir schlenderten gemütlich durch das Künstlerviertel und bestaunten die vielen Graffitis. Mit dem Bus kehrten wir zum Hotel zurück und weil das Essen in dem gestrigen Restaurant (Cavali) so lecker war, beendeten wir den Tag im selben Lokal.
Der nächste Morgen. Heute habe ich Geburtstag. Und nicht nur ich, auch ein Mitarbeiter an der Hotelrezeption. Welch netter Zufall! Nachdem wir uns gegenseitig "Alles Gute"gewünscht haben, gab's beim Frühstück noch ein kleines Geburtstagstörtchen seitens des Hotels.

Parque del Amor in Lima

Seelöwe auf den Islas Ballestas

Paracas und Nasca-Linien

Maira ist wieder da. Wir fahren zur Autovermietung und holen den Mietwagen ab. Diesmal, nachdem wir Einblick in den peruanischen Verkehr bekommen haben, beginnen wir unsere Reise mit mehr Respekt als in den anderen lateinamerikanischen Ländern, in denen wir schon unterwegs waren.
Gut gelaunt und optimistisch machten wir uns auf den Weg nach Paracas. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was wir auf den Straßen Perus noch alles erleben werden. In Paracas haben wir noch am Nachmittag den Nationalpark besucht. Fantastische Landschaft. Am Abend haben wir dann im Hotel bei gutem Essen und leckerem Pisco Sour meinen Geburtstag gefeiert. Früh am nächsten Morgen ging es mit dem Boot zuerst zu den Islas Ballestas (Vogel –und Robbenkolonien) und anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Nasca. Unterwegs haben wir kurz an einer Oase zwischen Sanddünen gestoppt.

Nasca-Linien

Kurz vor Nasca haben wir von einer Aussichtsplattform bereits die ersten Scharrbilder sehen können. Den Abend haben wir in unserem Hotel Nasca Lines bei gutem Essen ausklingen lassen. Ausgeschlafen und guter Dinge (jedoch ohne Frühstück!) sind wir recht früh zum Flughafen gefahren und sind mit einer kleinen Cesna über die Nasca Linien geflogen. Hat alles gut geklappt. Für Leute mit Flugangst wäre das nichts gewesen.
Anschließend haben wir noch die Aqueductos von Cantalloc und das vorinkaische Gräberfeld von Chaucilla (Mumiengräber) besucht. Am Abend haben wir ein lecker gegrilltes Huhn in einem typischen Hühnergrill „Rico Pollo“ gegessen. Muss man probiert haben!

Die "weiße Stadt" Arequipa

Am nächsten Morgen sind wir 9 Stunden nach Arequipa gefahren und erst nach 18:00 Uhr hier angekommen. Bei Dunkelheit und mitten in die Rushhour. Die Fahrt war ziemlich stressig, da wir uns streckenweise durch eine dichte Nebelwand kämpfen mussten. Kein Vergleich jedoch zu dem Verkehr in Arequipa, in dem wir nun feststeckten. Besser gesagt: in einer kleinen schmalen Seitenstraße die plötzlich zu Ende war. Hinweisschilder? Fehlanzeige! Und genau so plötzlich standen zwei Motorradpolizisten neben unserem Auto. Zahlen wir jetzt Strafe? Hier halfen zum Glück meine Spanischkenntnisse weiter. Ich erklärte, dass unsere Zufahrtstrasse zum Hotel wegen Straßenarbeiten gesperrt sei und unser Navi uns bereits zum zweiten Mal falsch gelotst hat. Sie zogen ab und wir versuchten im Rückwärtsgang aus der Straße zu kommen. Als wir uns auf einem kleinen Vorplatz überlegten, wie wir zum Hotel gelangen, standen die Zwei plötzlich wieder da und boten an, uns zum Hotel zu eskortieren. Bei dem Verkehr und einer vierspurigen Straße nicht so einfach. Einer der Polzisten stellte sich kurzerhand mit seinem Motorrad quer zur Straße und so konnten wir dem anderen folgen. Nach einer abenteuerlichen Fahrt durch enge Gassen und Fußgängerzone standen wir plötzlich vor unserem Hotel. Die Freude war so groß, dass ich einen der Polizisten umarmt habe.
Der Hotelangestellte schrottet beim Ausladen einen Koffer, ich kümmere mich ums Einchecken, Udo zusammen mit dem Hotelangestellten um das Parken des Autos zwei Straßen weiter. Bei einer Pizza to go lassen wir den Tag auf unserem Balkon ausklingen. Wir wollen nur noch schlafen.
Morgen haben wir mal einen ruhigeren Tag. Nur Arequipa anschauen.
Das historische Zentrum von Arequipa ist wundervoll. Wahrscheinlich gibt es keinen Ort in Peru, an dem man besser essen und entspannen kann. Unsere besondere Empfehlung hier ist das Restaurant El Camaroncito (sehr gute Ceviche) und das ZigZag (Alpakasteak auf heißem Stein).
Was man auch unbedingt besuchen muss, ist das Kloster Santa Catalina und der Mercado. Hier unbedingt die Chirimoyafrucht probieren.
Zum Akklimatisieren auf unsere nächste Etappe in den Anden bleiben wir drei Nächte in Arequipa.

Am nächsten Tag wollen wir zu der Laguna Salinas. Ein Salzsee mit Salzabbau, Flamingos - umgeben von erhabener Landschaft. Einige Vulkane drum herum: Misti (5829m), Nevado Pichu Pichu (5571m).
Es kommt ganz anderes. Wir vertrauen unserem Navi und merken irgendwann (recht spät), dass wir entgegengesetzt fahren. Richtung Stausee Aquada Blanca. Nochmal zurück und Arequipa queren kam nicht in Frage. Wir setzten unseren Weg, eine Staubwolke hinter uns herziehend, in dieser unglaublichen Landschaft fort. Ein paar Vicunas waren unsere Wegbegleiter. Wir können von uns behaupten, den Vulkan Misti von allen Seiten betrachtet zu haben ;-)
Wir kaufen noch einen neuen Koffer, erhalten die Tickets für den Colca Canyon und lassen den Abend ausklingen.

Vom Colca Canyon nach Puno und zum Titicacasee

Die Fahrt aus Arequipa raus entpuppt sich plötzlich als easy. Udo hat sich zwischenzeitlich an den chaotischen Verkehr angepasst. Der erste Stopp ist am Miradores de los Vulcanes auf 4910 m. Ein herrlicher Rundumblick auf die höchsten Berge Perus. Ein Vulkan empfängt uns mit einer Rauchwolke. Über Chivay geht‘s in den Colca Canyon. Unser Hotel liegt auf 3600m.
Früh am nächsten Morgen, geht es Richtung Mirador Cruz del Condor. Wir genießen die grandiose Landschaft und warten auf den Flug der Kondore. Plötzlich sind sie da. Schweben majestätisch, getragen von der Thermik, durch den Canyon. Und wer hätte es gedacht, setzen sich auf einen Felsvorsprung und kuscheln.
Heute liegt wieder eine längere Fahrt vor uns. Zurück über den Patapampa Pass über Imata durch Juliaca (einer Stadt mit schlechten Straßen und einem chaotischen Verkehr) nach Puno.

Kondor über dem Colca Canyon

Auf der Fahrt durch das Altiplano hat man eine wunderbare Aussicht auf einige Vulkane. Alpaca- , Vicuna- und Lama-Herden durchstreifen das Gebiet. Da wird einem keinen Augenblick langweilig. Bei Imata fahren wir von der Hauptstraße ab und hoffen Bosques de Piedras (ein Gebiet mit skurilen Steinformationen) zu finden. Es gibt keine Ausschilderung. Elf Kilometer weiter, stehen wir mitten drin und sind begeistert. Wir haben es bis Puno geschafft. Wieder mal Rushhour. In dem Chaos scheint eine gewisse Ordnung zu herrschen. Oder haben wir uns zwischenzeitlich so gut an die Verkehrsverhältnisse gewöhnt? Jedenfalls finden wir unser Hotel ohne nennenswerte Verzögerungen. Hier in Puno sind wir jetzt auf 3.800 m. Bis jetzt macht uns die Höhe nichts aus. Hoffen wir mal, dass es so bleibt.
Esteban kontaktiert uns im Hotel, um die Bootsfahrt zu den Uros auf dem Titicacasee und die Weiterfahrt zur Insel Taquile zu besprechen.

Die Schilfinseln der Uros. Interessant zu sehen, wie sie leben, aber leider der totale Touristennepp. Schöner war die kleine Wanderung auf der Insel Taquile (die Insel der strickenden Männer). Die Höhe von 4000m spürt man bei jedem Schritt. Am späteren Nachmittag durchstreifen wir Puno, ich streichele ein paar Hunde und danach lassen wir es uns bei Giorgio gut gehen.

Cusco und das Heilige Tal

Am nächsten Morgen geht’s nach Cusco. Wir müssen leider wieder durch Juliaca (der Alptraum jedes Autofahrers). Unser erster Stopp ist Lampa. Wir besuchen die Kirche Santiago Apostol mit der Capilla funeraria, einer Kapelle mit drapierten Totenschädel und Gebeinen. Makaber schön. Zweites Highlight ist eine Kopie von Michelangelos Pieta. Wir überqueren den Pass Abra La Raya (4470m). Von da fahren wir nun bergab nach Cusco.

Salzterrassen von Maras

Wir legen noch einen Stopp bei der Ruinenstätte von Raqchi ein. Es ist später Nachmittag und die Wände leuchten magisch rot. Wir erreichen Cusco. Wieder mal Berufsverkehr. Unser Guesthouse Llipimpac finden wir auch, aber es gibt keinen Parkplatz und wir befinden uns auf einer engen vielbefahrenen Einbahnstraße. Eine Angestellte lotst uns durch einige Einbahnstraßen zur Rückseite des Guesthouse auf den Parkplatz. Geschafft! Hier bleiben wir drei Nächte. Die nächsten zwei Tage gehen wir ruhig an. Wir durchstreifen Cusco, erleben ein paar Prozessionen, im Mercado trinken wir leckeren frisch gepressten Fruchtsaft, essen ein Adobo de chancho (ein Eintopf mit viel Schweinefleisch) und bekommen die Gelegenheit, peruanische Nackthunde zu sehen. Morgen geht’s Richtung Ollantaytambo weiter.
Wir machen Zwischenstopps im Heiligen Tal bei den Salzterassen von Maras und den Terassen von Moray. Sehr empfehlenswert.

Von Ollantaytambo nach Machu Picchu

Unsere Fahrt geht durch das Urubamba Tal weiter. Wir erreichen Ollantaytambo, von wo wir am nächsten Morgen mit dem Zug nach Aqua Callientes (Machu Picchu Pueblo) fahren.
Israel, unser Guide, holt uns vom Hotel ab, wir fahren gemeinsam mit Zug und Bus bis zum Eingang der Anlage. Er wird uns durch die Anlage von Machu Picchu begleiten und uns alles Nennenswerte darüber erzählen. Wir verbringen 3 Stunden hier. Das Wetter ist gut, die Aussicht grandios. Am späten Nachmittag sind wir zurück in Ollantaytambo. Am nächsten Tag besuchen wir die Tempelburg und streifen durch den hübschen kleinen Ort. Gut gegessen haben wir bei Apu Veronika. Ein Familienbetrieb mit etwas langsamen Service aber herrlichem Essen. Wir befinden uns auf dem Weg zurück nach Cusco. Unser erster Stopp auf der Rückfahrt war Lamay. Das Zentrum der Meerschweinchenzucht. Eine Delikatesse in Peru. Entlang der Straße gibt es unzählige Grillstände. Wir haben es probiert und können es nur empfehlen. Nächster Stopp ist die antike Anlage von Pisaq, danach ging es weiter auf den Marktplatz des heutigen Ortes Pisaq.

Machu Picchu

Die Reise neigt sich dem Ende

Kurz vor Cusco besuchen wir noch die Inkafestung Saqsaywaman mit ihren tonnenschweren, passgenauen Mauern und genießen den Blick von oben auf die Stadt. Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Morgen geben wir den Mietwagen ab und verbringen die letzten Stunden bis zu unserem Abflug in Cusco. Ein schöner Urlaub geht zu Ende. Wieder ein paar Stunden unterwegs: Cusco – Bogota – München und schon sind wir wieder zu Hause. Dieses Mal war es ein Urlaub, den wir nicht ganz alleine organisiert haben. Natürlich waren wir anfangs skeptisch, da für uns ungewohnt. Wir konnten jedoch unsere Wünsche einbringen und dadurch war es dann doch unsere Reise, mit einigen zusätzlichen Annehmlichkeiten (wie organisierter persönlicher Transfer, Fahrt zur Mietwagenfirma, organisierte Zugfahrt Machu Pichu, …), an die man sich leicht gewöhnen kann.

avenTOURa zu wählen, war die richtige Entscheidung. Beginnend mit der Kommunikation in Deutschland bis zu der hervorragenden Arbeit der Partneragentur in Peru war alles bestens. Wir danken allen, die uns beraten oder begleitet haben.

avenTOURa ist mit Auszeichnungen und Mitgliedschaften seit nahezu 25 Jahren in der Touristikbranche etabliert.