Rumbávila Fusion... Oder wie Buddha zur Musik kam!


So ähnlich, stelle ich mir vor, muss Buddha wohl ausgesehen haben. Gut, mit asiatischen Gesichtszügen natürlich und heller, vielleicht etwas gelblicher Haut! Der freundliche, kleine aber stark beleibte Kubaner der mir gegenübersitzt lacht auf den Vergleich angesprochen. Er ist 40 geworden dieses Jahr und heißt eigentlich Ariel, aber alle hier nennen ihn nur "Goma" - Der Gummi!

Den Spitznamen hat er seit der Schulzeit, wie er berichtet, als er, damals schon wohlbeleibt, einen Sturz aus dem zweiten Stockwerk unversehrt überstand. Ariel und seine ganze Familie stammt aus Haiti. Bei den Sklavenaufständen dort im 19. Jarhundert, waren nicht nur Franzosen nach Ostkuba geflüchtet, sondern mit Ihnen auch Sklaven afrikanischer Abstammung. Im Ostteil der Karibikinsel halten sich vor allem in der Region rund um Guantanamo bis heute noch die Traditionen, die damals den Weg von Haiti nach Kuba gefunden hatten. Auch "Goma" hat sich, so wie seine ganze Familie, seit Kindesbeinen an, diesen Traditionen verschrieben. Die Musik und der Tanz sind sein Leben, gibt er zu. Die "Tumba Frances" genannte Musikstilrichtung dieser Provinz, sowie die Sklaventänze zu Ehren der Santeria-Götter, wie zum Beispiel Yemaya oder Chango waren die Ideengeber als Ariel vor 6 Jahren beschloss seine eigene Musik- und Tanzformation zu gründen. Unterstützt wurde er dabei von seiner Frau Duniekis, einer Tänzerin. Er nannte die die Formation "Rumbávila Fusion"!

"La Goma" Ariel

Rumbávila Fusion

Die Gruppe besteht aus 5 Sängern, 3 Tänzern und 4 Trommlern. Bei großen Festen verpflichtet Ariel manchmal noch zusätzliche Künstler. Wie der Namensteil "Fusion" schon andeutet, handelt es sich bei dem Dargebotenen um einen Mix aus afrokubanischen Gesängen, Tanz und Trommeleinlagen, die mit anderen Musikrichtungen, wie der kubanischen Rumba oder dem Son kombiniert werden. Die Gruppe unterhält mittlerweile Verträge mit mehreren kubanischen Musikagenturen und ist im ganzen Land bekannt. Mit Auftritten bei Kulturevents von Havanna bis nach Santiago de Cuba. Über Touristen sind seine Lieder und Tänze auch schon auf Videos und CD's bis nach Europa gelangt, erzählt mir Ariel stolz!

Kennengelernt habe ich Ariel alias "Goma" übrigens durch meine kleine Tochter Naomy, die ungefähr so alt ist wie "Rumbávila Fusion". Meine Tochter, die ihre uralten afrikanischen Wurzeln ebenfalls nicht verleugnen kann, ist heute eine bildhübsche kleine "Mulata" und genau wie ihre Mutter und Oma begeisterte Anhängerin der afrokubanischen Musik von "Rumbávila Fusion". Schon als sie noch kaum laufen konnte, musste ich ganze Nachmittage lang mit ihr im Wohnzimmer zu afrokubanischen Klängen der Gruppe tanzen. Ein kurzes selbstgedrehtes Video von damals mit uns Zweien beim Tanzen, belustigt bis heute die Familie und treibt uns die Tränen vor lauter Lachen über meine komischen Tanzversuche in die Augen! Und so hatte ich ihn damals für die Geburtstagsfeier engagiert. Da er Naomy – einer seiner ersten richtigen Fans – so gern hatte, verzichtete die Gruppe damals sogar auf die Gage. Wir sind inzwischen sehr gute Freunde geworden...der kubanische Gummi-Buddha aus Ciego und der Cristo aus Havanna.

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