Sweet Spot Costa Rica


Wenn ich früh morgens die Fenster meiner Wohnung in Freiburg öffne, höre ich meist nur ein paar leise Vogelstimmen, sonst ist es ziemlich still. Ganz anders an meinem Reiseziel: Beeindruckend laute Tiergeräusche wie der unverwechselbare Sound der Brüllaffen, das Kreischen der Papageien, das laute Quaken der Frösche oder der freche Ruf der Tukane, wecken mich ich hier fast jeden Tag.

Costa Rica ist nämlich nicht nur ein sehr friedliches Land mit stabiler Demokratie und hohem Lebensstandard, sondern auch ein echtes Naturparadies! Die Regierung erkannte früh die negativen Auswirkungen massenhafter Abholzung und traf mit der Einrichtung eines Nationalparksystems bereits in den 1960er Jahren eine zukunftweisende Entscheidung für die Umwelt. Heute ist das Land ein Vorreiter in Sachen Umweltschutz: Circa ein Viertel der Fläche steht unter Naturschutz und Costa Rica zählt zu den 20 Ländern mit der größten Biodiversität der Welt. Und da Umweltschutz langfristig nur mit umfassender Umweltbildung funktioniert, werden auch schon die Kleinsten für die Wichtigkeit eines intakten Ökosystems sensibilisiert. Der Ökotourismus hat sich schon lang als feste Größe etabliert, und der Strombedarf des Landes wird fast vollständig aus erneuerbaren Energien gedeckt.

Im Herbst 2019 erhalte ich spontan die Möglichkeit, das kleine aber fortschrittliche Land zwischen Nicaragua und Panama zu bereisen. Im Rahmen einer geführten Inforeise besuche ich eine Woche lang die Highlights der nordwestlichsten Provinz Guanacaste, die für ihre schönen Strände als auch folkloristischen Traditionen wie Marimba-Musik und ihre Cowboy-Kultur bekannt ist, und erkunde die anderen Landsteile im Anschluss individuell mit dem Mietwagen.

Das blaue Wunder von Tenorio

Nach dem Besuch einer zweitätigen Trade Show im Museum der Provinzhauptstadt Liberia, bei der ich die touristischen Anbieter der Region kennenlerne, fahre ich mit meiner sympathischen Reisegruppe und dem Guide Isaac zum Tenorio Nationalpark. Es ist Oktober und damit offiziell Regenzeit, weshalb Isaac uns keine großen Hoffnungen macht: „Stellt euch auf einen braunen Schokoladenfluss ein,“ prophezeit er uns. Mit Gummistiefeln bewaffnet starten wir unsere Wanderung entlang der gut ausgebauten Wege. Nicht nur das Wetter ist an diesem Tag perfekt, auch der Río Celeste macht seinem Namen alle Ehre und erstrahlt in wunderschönem Hellblau – und wir sind völlig hin und weg! Beim Tubing in Schwimmreifen und einer Reittour auf Pferden und Wasserbüffeln durch Regenwald erkunden wir diese einzigartige Region auf eine sehr abenteuerliche Art und Weise.

Palo Verde – Bootstour zu den Krokodilen

Das fast 17000 Hektar große, extrem artenreiche Süßwasserfeuchtgebiet des Palo Verde Nationalparks ist Heimat und Treffpunkt für unzählige Wasser- und Zugvögel und damit ein perfektes Ziel für Vogelbeobachter. Während unserer Bootsfahrt auf dem Río Tempisque entdecken wir aber nicht nur verschiedene Vogelarten, sondern auch Leguane, Fledermäuse, Brüllaffen und einige Krokodile. Zwar sind die Mücken hier zahlreich und angriffslustig, aber die große Tiervielfalt und die wunderschöne Flusslandschaft machen diese Strapazen definitiv wett!

Karibisches Lebensgefühl in Puerto Viejo

Zurück in San José treffe ich meine Reisebegleitung und wir fahren mit unserem Mietwagen nach Puerto Viejo. Das ist ein kleiner, lebhafter Ort an der südlichen Karibikküste mit zahlreichen Restaurants, bunten Shops und Bars, in denen abends auch mal kostenlose Tanzkurse angeboten werden. Die typische, karibische Lässigkeit und Lebensfreude der Menschen begeistern uns sofort. Von hier aus lassen sich die hübschen Strände Playa Cocles, Chiquita, Uva und Manzanillo hervorragend mit dem Fahrrad erkunden, wir entscheiden uns aber für einen Besuch des Cahuita Nationalparks. Auf den sauberen Wegen streifen wir durch den Park und erfrischen uns zwischendurch immer mal wieder im türkisblauen Meer. Trotz ungeschulten Blicks können wir nicht nur Kapuzineraffen und Waschbären, sondern auch eine Faultiermutter mit Nachwuchs in den Bäumen beobachten.

Lirio Lodge – Oase der Ruhe in Barra de Pacuare

Seit Jahren ist der Tortuguero Nationalpark eines der beliebtesten Highlights des Landes – und dadurch, vor allem zur Hochsaison, auch ziemlich gut besucht. Für alle, die auf der Suche nach einer ruhigeren und weniger touristischen Alternative sind, ist die charmante Lirio Lodge am Ufer des Flusses Madre de Dios eine perfekte Adresse: Da die Region geographisch noch zum Tortuguero-Kanalsystem gehört, ist auch die Flora und Fauna hier identisch mit der des weiter nördlich gelegenen Nationalparks. Die Lodge ist einsam gelegen, bietet eine schöne Terrasse mit Blick auf die Lagune und Hängematten zur Entspannung. Auch der Service und die Verpflegung sind hervorragend. Mit unserem erfahrenen Guide erkunden wir die Gegend drei Tage lang zu Fuß und im Boot. Dabei sehen wir Affen, Kaimane, Krokodile, Pelikane, Flussschildkröten, Blattschneiderameisen und viele weitere Tiere. Die Abgeschiedenheit und unendliche Ruhe des Ortes genießen wir in vollen Zügen.

Boca Tapada – Frühstück mit Tukan, Nasenbär und Co.

Knapp 20 km Schotterpiste fahren wir, um die berühmte La Laguna del Lagarto Lodge am Río San Carlos zu besuchen, die für Vogelliebhaber längst zu einer festen Institution geworden ist. Als wir an diesem Nachmittag eintreffen, werden wir herzlich begrüßt und erblicken auch schon die ersten professionell ausgerüsteten Fotografen. Wir erkunden erst einmal das weitläufige Gelände der Lodge und unternehmen eine kleine Kanutour auf einer der hübschen Lagunen, bei der uns einige über das Wasser huschende Basilisken begegnen. Schon im Morgengrauen stehen wir am nächsten Tag gespannt auf der Terrasse, als schon nach wenigen Minuten die ersten Tukane, grüne Papageien und Arassaris ganz nah an uns herankommen, um die aufgehängten Bananen zu verputzen. Und zwischendurch tauchen immer mal wieder freche Nasenbären auf, um die Früchte von den Ästen zu stehlen. Unser eigenes Frühstück wird hier völlig zur Nebensache!

Seltene Blicke auf den perfekten Vulkan Arenal

Wir verlassen das ruhige Boca Tapada und fahren landeinwärts in die beliebte Gegend um den berühmtesten Vulkan Arenal. Es heißt, dass nur ca. 10% der Besucher die Spitze des Berges sehen können, da er sich so gut wie immer in Wolken hüllt. Um die Region zu erkunden, unternehmen wir eine Wanderung im privaten El Silencio Reservat, welches mehrere unterschiedliche Wege bietet und, im Gegensatz zu den recht teuren Nationalparks, wenig Eintritt kostet. Unser Trail ist sehr abwechslungsreich und ermöglicht herrliche Ausblicke auf den Arenal und das zerklüftete Lavafeld. Auch einen Besuch des La Fortuna Wasserfalls oder eine Safari Float Tour auf dem Peñas Blancas sollte man sich nicht entgehen lassen! Am Abend kann man sich perfekt in einem der unzähligen Thermalbäder der Region entspannen.

Auf Augenhöhe mit den Brüllaffen in Monteverde

Es geht erneut über eine holprige Schotterpiste steil bergauf in die kühlere und immerfeuchte Region Monteverde. Wir sind verabredet mit einem jungen und motivierten Guide, der uns über die Hängebrücken hoch über den Baumwipfeln des Schutzgebiets Selvatura führt und uns den faszinierenden Nebelwald näherbringt. Die hiesige Tier- und Pflanzenwelt ist durch die besonderen klimatischen und geologischen Bedingungen atemberaubend vielfältig. Da ja GreenSeason ist, sind wir fast die einzigen Besucher im Park. Beeindruckt von dem spektakulären Ausblick auf die hohen Baumfarne und die dicht mit Moos bewachsenen Bäume schlendern wir über eine der Brücken, als uns plötzlich ein Brüllaffe entgegenkommt und lautstark an uns vorbeispaziert - ein unvergessliches Erlebnis!

Sámara – Surfen am wilden Pazifik

Die letzten Tage der Reise verbringen wir an der Pazifikküste, genauer gesagt an den palmenumsäumten Buchten von Sámara und Playa Carillo. Die hohen Wellen bieten perfekte Surfbedingungen und man sollte sich bei einer der lokalen Surfschulen unbedingt mal ein paar Stunden Unterricht nehmen, es macht riesigen Spaß! Außerdem kann man seine Zeit wunderbar in einem der netten Strandrestaurants, den entspannten Cafés oder den kleinen Shops verbringen. Beim Blick auf das Meer denken wir noch einmal zurück an unsere Reise durch dieses tolle Land. Wir sind uns einig: Costa Rica ist ein einziger grüner Rausch!

¡Pura Vida!

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