Über den Dächern von La Paz


Kommt man in eine der großen Metropolen der Welt, fällt einem oftmals gleich der dichte Verkehr in den Stadtzentren auf, egal ob es sich dabei um Rom, Tokio, Paris oder La Paz handelt. Eine logische Folge, dass sich Stadtplaner damit beschäftigen müssen, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Durch die einzigartige Topografie von La Paz ist man bereits Mitte der 70er Jahre auf die Idee gekommen mit einer Seilbahn den sich mehr und mehr stauenden Verkehr auf der Straße zu entlasten...

Europäisches Know-How

Neunzehn Präsidenten und eine Reihe von Machbarkeitsstudien später wagte dann das amtierende Staatsoberhaupt Evo Morales im Jahr 2012 den Spatenstich für das Megaprojekt „Mi Teleférico“. Der österreichisch-schweizerische Spezialist Doppelmayr/Garaventa bekam den Zuschlag für das Mammutprojekt, eine sogenannte Einseilumlaufbahn für den Ballungsraum La Paz und El Alto umzusetzen. Bis jetzt sind knapp 750 Millionen US-Dollar verbaut worden und – bezahlt aus eigenen Mitteln, ohne Kredite von internationalen Insititutionen. Das Geld dafür kommt aus der staatlichen Erdöl- und Gasförderung.

Seilbahn über La Paz

Das größte urbane Seilbahnnetz der Welt, Weltrekord!

Los ging es mit der roten Linie, die El Alto und La Paz verbindet. Wer ein atemberaubendes Panoramafoto schießen möchte, muss sich aber ein bisschen beeilen, denn die Fahrt von der ersten bis zur letzten Station dauert gerademal zehn Minuten. Gemäß dem bolivianischen Patriotismus bekamen die ersten drei Linien die Farben der Landesflagge: rot, gelb und grün. Fünf Jahre nach Inbetriebnahme der Seilbahn gibt es inzwischen zehn Strecken mit 1396 komfortablen und hochmodernen Gondeln für je zehn Personen und vervollständigen das Farbenallerlei mit blau, orange, weiß, hellblau, violett, braun und silber. Fehlt noch die Línea Dorada (goldene Linie), die im nächsten Jahr ihren Dienst aufnehmen soll. Bis heute sind mehr als 200 Millionen Fahrgäste befördert worden. Pro Monat sind es etwa die Bevölkung von Berlin und München zusammengenommen, die sich hoch oben von El Alto nach La Paz gondeln. Der Streckenverbund hält mit rund 30 Kilometern und seinem Fahrgastaufkommen den Weltrekord. Selbstverständlich bedeutete der Bau der derzeit 26 Stationen einen Einschnitt in die Natur und und den Lebensraum der Bevölkerung. Als Ausgleich dafür wurden 100.000 Bäume gepflanzt und der CO2-Ausstoss der nun überflüssigen Fahrzeuge reduziert.

Bei einem Besuch in La Paz ist eine Seilbahnfahrt ein Erlebnis für Überflieger!

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