Meer, Berge

Fahrt mit dem Expeditionsschiff „Ventus Australis“ durch die Fjorde von Patagonien

von Svenja J.

Nach zwei Tagen Aufenthalt in Valparaiso startete morgens am 27.12.2025 mein Flug von Santiago de Chile nach Punta Arenas in den Süden von Chile. Bereits der Flug über die Anden, Seen und Fjorde war ein wunderschönes Erlebnis.

In Punta Arenas begann abends die insgesamt 4-tägige Fahrt mit dem Expeditionsschiff „Ventus Australis“ bis nach Ushuaia. Da es ein kleines Schiff mit max. 200 Passagieren ist, kann es die kleineren Fjorde in Patagonien anlaufen, was eine Besonderheit darstellt.

Nach dem Check-In ab 13:00 Uhr am Hafenterminal in Punta Arenas blieben noch ein paar Stunden, um die Stadt zu besichtigen. Um 18:00 Uhr begann die Einschiffung. Bei starkem Wind konnten die Passagiere in Kleingruppen am Anleger das Schiff betreten. Auf dem Schiff gibt es bewusst kein W-LAN, sodass die Passagiere sich auf die Naturerlebnisse einlassen können. Das Frühstück findet zu einem festen Zeitpunkt als Buffet statt; beim Mittag- und Abendessen können die Menüs à la carte bestellt werden (eine vegetarische Option ist immer möglich).

Am 28.12.2025 fand nach dem Frühstück der erste Ausflug zur Ainsworth-Bucht statt. Nach der Ausstattung mit regenfester Kleidung sowie Wanderschuhen musste – wie bei jeder Expedition – die Schwimmweste angelegt werden. Mit Schlauchbooten wurden die Passagiere in Gruppen zur Bucht gebracht. Auf dem Schiff befanden sich viele unterschiedliche Nationalitäten.

Da die Expeditionen entweder auf Englisch oder Spanisch stattfanden, wurden die Gruppen dementsprechend aufgeteilt. Zudem konnte zwischen zwei verschiedenen Varianten der Wanderung gewählt werden. Bei allen Expeditionen wird meist zwischen zwei bis drei Versionen bzw. Schwierigkeitsgraden unterschieden.

Selbst habe ich mich für die Küsten-Wanderung entschieden. Nach einem kurzen Gang entlang des Wassers ging es durch den subantarktischen magellanschen Urwald. Sehr bemerkenswert war, wie viele unterschiedliche Pflanzenarten es in dem Gebiet gibt.

Nach dem Mittagessen wurden die Tucker-Inseln erreicht, wo von Schlauchbooten aus Kolonien von Magellanpinguinen (die nur auf der Südhalbkugel vorkommen) und Kormorane beobachtet werden konnten. Es war sehr beeindruckend, die Tiere aus solcher Nähe betrachten zu können.

Am 29.12.2025 fuhr das Schiff in die Pia-Bucht hinein, welche bei Sonnenschein sehr ruhig und klar wirkte. In Gruppen wurde mit den Schlauchbooten zum Pia-Gletscher gefahren. Dort habe ich mich einem Ausflug angeschlossen, auf dem nach einer entspannten Wanderung ein schöner Aussichtspunkt erreicht wurde, von dem aus man einen hervorragenden Blick auf den Gletscher und die Wälder hatte.

Anschließend ging es mit dem Schiff weiter durch den Beagle-Kanal, um die „Gletscher-Allee“ zu betrachten. Einige Gletscher sind nach europäischen Ländern benannt: Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien und Niederlande.

Am 30.12.2025 wurde am frühen Morgen Kap Hoorn erreicht. Da das Wetter es zuließ und es nicht zu stürmisch war, konnten wir mit den Schlauchbooten um 7:00 Uhr morgens zur Anlegestelle am Kap Hoorn fahren. Während des Landgangs mussten die Schwimmwesten anbehalten werden, da sich das Wetter immer schnell ändern kann und eine schnelle Rückkehr zum Schiff erfordert, was bei unserer Expedition zum Glück nicht der Fall war. Die Anlandung am Kap Hoorn ist übrigens nur mit den beiden Expeditionsschiffen von Australis möglich. Nach dem Hochsteigen einer Treppe wurde das Plateau erreicht. Von dort und dem Albatros-Denkmal hatte man eine wunderschöne Sicht auf die Landschaft. Anschließend ging es zum Haus des Leuchtturmwärters, der für ein Jahr allein mit seiner Frau und seinen Kindern auf der Insel lebt. In dem Haus gibt es einen kleinen Souvenir-Shop.

Nach dem Mittagessen fand die letzte Expedition zur Wulaia-Bucht statt, einer historischen Stätte, welche eine der größten Dörfer der indigenen Yámana-Kanufahrer beheimatete. Nach Anlandung mit den Schlauchbooten fand eine Wanderung durch den Magellan-Wald statt. Diese war allein deshalb schon sehr beeindruckend aufgrund der Vielfalt der Pflanzen und unterschiedlichen Landschaftsformen. Von einer Anhöhe hatte man einen beeindruckenden Panoramablick.

Spätabends kam die Stadt Ushuaia in Sicht. Die Ausschiffung erfolgte jedoch erst am darauffolgenden Tag nach dem Frühstück um 8:30 Uhr.

Zusammenfassend war es eine sehr beeindruckende Reise mit unzähligen Naturerlebnissen, die mich sehr berührt haben und immer noch nachwirken. Die Expeditionen waren ausgesprochen gut organisiert, das Personal war sehr freundlich. Schön war, dass bei den Expeditionen unterschiedliche Varianten gewählt werden konnten. Insgesamt hatten wir Glück, dass alle Expeditionen stattfinden konnten und nicht wegen ungünstigen Wetters abgesagt werden mussten.

Die Ventus Australis ist sehr gut ausgestattet, die Kabinen sind sehr geräumig. Bei Bedarf gibt es immer Getränke (unter anderem existiert im Flur vor den Kabinen eine Nachfüllstation für Wasser, wo die eigene Trinkflasche aufgefüllt werden kann). Das Essen auf dem Schiff ist sehr gut; auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten. In einer Lounge stehen bereits vor dem Frühstück Tee, Kaffee und kleine Snacks zur Verfügung.

Obwohl der Preis für die Schiffsfahrt nicht ganz billig ist, lohnt sich die Investition wegen der unglaublichen Naturerlebnisse und auch Annehmlichkeiten an Bord.

Im Anschluss an die Reise habe ich Silvester in Ushuaia verbracht, um die vielen Eindrücke in Ruhe zum Ende des Jahres zu verarbeiten. Am 01.01.2026 ging es mit dem Flugzeug von Ushuaia (der Holz-Baustil vom Flughafen ist sehr interessant) weiter nach Buenos Aires. Dort habe ich den darauffolgenden Tag mit einem Privat-Guide für eine Tour durch die Stadt genutzt, welche ich als sehr beeindruckend und interessant empfunden habe.

Vielen herzlichen Dank für die gute Organisation durch avenTOURa!

avenTOURa ist mit Auszeichnungen und Mitgliedschaften seit über 25 Jahren in der Touristikbranche etabliert.