Erlebnisbericht zum "langen Weg der Schokolade"


Stephan Schober begleitete Guido Kunze auf seinem "langen Weg der Schokolade". In seinem Erlebnisbericht erzählt er, wie er die Reise und das Land Kolumbien erlebt hat und welche Schönheiten und auch Schwierigkeiten Ihnen unterwegs begegneten.

Kakao hat in Kolumbien eine grosse Bedeutung: Zum einen ist Trinkschokolade in Kolumbien fester Bestandteil fast jeden typischen Frühstücks. Ob in Wasser oder Milch gemischt aufgewärmt, wird sie häufig mit einem Stück Käse serviert, der in die Schokolade eingetaucht wird sodass er schmilzt. Zum anderen leben rund 27.000 Familien im ganzen Land vom Kakaoanbau und Kakaobohnen sind ein wichtiges Exportprodukt. Grund genug für uns mal etwas genauer hinzusehen und Euch ein Paar Informationen über den Anbau und die Ernte von Kakao in Kolumbien zu geben:

Der Kakaobaum benötigt hohe Temperaturen und Niederschläge, aber auch Schatten, weshalb er häufig in einer Mischpflanzung mit anderen schattenspendenden Gewächsen wie Kokospalmen, Bananenstauden, Kautschuk-, Avocado-, oder Mangobäumen angepflanzt wird. Die kolumbianischen Tropen bieten hierfür ideale Bedingungen und laut Schätzungen des Exportförderbüros ProColombia sind ca. 2 Millionen Hektar Landfläche wegen Klima und Bodenbeschaffenheit für den Anbau von Kakao geeignet.

Guido Kunze radelte auf den Spuren der Schokolade quer durch Kolumbien

Guido Kunze besuchte im Zuge seines Projektes „Der Lange Weg der Schokolade“ eine Kakaofinca in Nilo im Bundesland Cundinamarca, nur ca. 3 Autostunden von Bogotá entfernt. Wir haben ihn dabei begleitet und uns die Finca San Luis etwas genauer ansehen dürfen. Der Weg ist abenteuerlich und zugleich wunderschön: Von Nilo aus geht es auf unbefestigten Wegen bergauf, vorbei an Dschungellandschaften, Flussläufen und Wasserfällen, bis zum Haus von German und Liliana unseren Gastgebern und Eigentümern der 90 Hektar grossen Finca.

Schon am nächsten Tag schauen wir die Umgebung genauer an, die Kakaobäume stehen mitten im Urwald und eine ausgewiesene Anbaufläche ist kaum zu erkennen. Liliana erklärt uns, dass genau dies eines der Geheimnisse der tollen Qualität ihres Kakaos ist, unter Bedingungen von monokulturellem Anbau würde die Pflanze nur mit Einsatz von künstlichen Düngern und Pestiziden wachsen und das entspräche schliesslich nicht ihren Ansprüchen von biologischem Anbau und könne auch nicht die angestrebte Qualität hervorbringen.

Nach der Ernte der Kakaoschoten, werden diese noch vor Ort unter dem Baum entkernt und die Schalen als Dünger in den Plantagen unter die Bäume verteilt. Die in das Fruchtfleisch eingebetteten Samen (auch Kakaobohnen genannt), werden in Eimern zur Fermentation gebracht. Nach ca. einer Woche werden die fermentierten Kakaobohnen getrocknet und können nach ca. einer weiteren Woche verpackt und verkauft werden. Für 1 KG Kakao verlangen German und Liliana ca. umgerechnet 4 EUR – definitiv kein hoher Preis wenn man den ganzen Aufwand betrachtet.

Fortsetzung folgt...

Nach der Ernte werden die Kakaobohnen aus der Frucht geholt

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