Ilha de Boipeba – Paradiesische Strände an der Costa do Dendê


Die Insel Boipeba ist für mich ein ganz besonderer Ort. Die Natur, die Menschen, einfach die gesamte Atmosphäre der Insel lädt zum Verweilen ein. Die Insel befindet sich ca. 90 km südlich von Salvador da Bahia und gilt noch als „Geheimtipp“. Boipeba ist wesentlich weniger frequentiert als der Ort Morro de São Paulo, der näher an Salvador da Bahia liegt. Während auf Morro de Sâo Paulo das ganze Jahr über vor allem feierwütige Touristen zu finden sind, kann man die traumhaften weißen Sandstrände Boipebas außerhalb der Saison einsam genießen.

Dörfliche Atmosphäre auf einer tropischen Insel

Auf Boipeba scheint jeder jeden zu kennen. Die Menschen leben in schlichten Häuschen, einige haben ihre Veranda zu einem kleinen Laden oder Imbiss umfunktioniert. Abends dröhnen „Arrocha“- Lieder durch die Straßen. Vor einigen Häusern wird dazu getanzt oder gesungen und ein kühles Bier getrunken. Fernando, mein Gastgeber, bietet mir einen Einblick in das Leben eines Einheimischen. In seinem Haus hat er sich eine kleine Schokoladenproduktion eingerichtet. In der Region wird viel Kakao angebaut und die Schokolade hier schmeckt fantastisch. Am Abend lohnt es sich auf jeden Fall, den zentralen Platz in Velha Boipeba aufzusuchen. Hier komme ich mit Einheimischen ins Gespräch und kann in vielen kleinen Buden leckere Tapiocas, Caipirinhas oder Säfte probieren, alles zu lokalen Preisen.

Der Strand Praia de Tassimirim

Zu den Hauptattraktionen Boipebas gehören vor allem die endlos langen Strände, über deren Abgeschiedenheit und Schönheit ich sehr überrascht bin. Kurz nach Sonnenaufgang laufe ich zum Strand Praia de Tassimirim. Das Wasser hat sich weit zurückgezogen. An einigen Stellen ist Riff zusehen, an dem zwei junge Männer gezielt nach Meeresfrüchten suchen. Wir kommen ins Gespräch und die beiden zeigen mir, wie sie Krebse und insbesondere Tintenfische aufspüren und einfangen.

Die Strände Moreré und Bainema

Die Strände Moreré und Bainema gehören zu den schönsten Stränden Bahias – und das will schon was heißen! Man kann sich von einem Quad oder einem Motorrad- Taxi nach Moreré bringen lassen, dazu gibt es eine Strecke im Inneren der Insel. Autos gibt es hier außer einem Krankenwagen keine. Ich entscheide mich allerdings dafür, am Strand lang zu laufen. Von Velha Boipeba geht es erst über einen ca. 1 km langen, ausgeschilderten Feldweg zum Strand Praia da Cueira. Am Ende des Strandes muss ich einen Fluss überqueren, der hier ins Meer fließt. Bei Ebbe ist dies kein Problem, bei Flut steigt das Wasser allerdings bis auf ca. 1.60 m an.

Am Ufer befindet sich teilweise spitzes Gestein, an dem man sich leicht verletzten kann. Daher sollte man genau wissen, wo man langläuft, oder Gummischuhe tragen. Hinter dem Fluss geht es durch ein Tor in einen riesigen Palmenwald. Ich folge dem Pfad durch den Wald und stehe einige Minuten später am Strand Moreré. Der erste Abschnitt des Strandes ist naturbelassen, erst ein ganzes Stück weiter findet man einige wenige Pousadas und Bars. Es ist Ebbe und das Meerwasser hat sich weit zurückgezogen. Unter blauem Himmel und bei frischem, eiskalten Kokoswasser verweile ich hier einen Moment und schaue einigen Einheimischen beim Fußball spielen zu. Anschließend laufe ich weiter und durchquere einen kleinen Mangrovenwald, in dem sich unzählige dunkelblaue Krebse befinden. Dann erreiche ich den Strand Bainema, der sich über eine Länge von 1000m erstreckt. Hier ist keine Menschenseele zu sehen. Der feine Sandstrand, das türkis- leuchtende Meerwasser und die unzähligen Kokospalmen vermitteln mir endgültig das Gefühl, auf einer einsamen Insel angekommen zu sein.

  • Unser Blogger in Brasilien

    Chris Tokple bereist regelmäßig Lateinamerika und interessiert sich dort sehr für die koloniale Geschichte, die Natur, die Kultur und auch die Musik. Neben Kolumbien und Kuba hat es ihm auch Brasilien besonders angetan.

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