Reisebericht: Von Havanna in den kubanischen Westen


Drei Tage Havanna und man hat Deutschland jahrelang hinter sich gelassen, das hatte ein kubanischer Bekannter einmal zu mir gesagt. Und genauso war es auch: Die Inselhauptstadt verzaubert mit alten Autos, viel Musik und guter Laune. Wir verbringen hier drei Nächte vor unserer Reise in den kubanischen Westen, genauer gesagt in einer Casa Particular, einer Privatunterkunft, mitten im Zentrum.

"Drei Tage Havanna und man hat Deutschland jahrelang hinter sich gelassen."

Das hatte ein kubanischer Bekannter einmal zu mir gesagt. Und genauso war es auch: Die Inselhauptstadt verzaubert mit alten Autos, viel Musik und guter Laune. Wir verbringen hier drei Nächte vor unserer Reise in den kubanischen Westen, genauer gesagt in einer Casa Particular, einer Privatunterkunft, mitten im Zentrum. In weniger als 10 Gehminuten erreichen wir die Fußgängerzone und wenn wir keine Lust zum laufen haben, fährt eigentlich fast immer sofort ein "Collectivo" vorbei, ein Sammeltaxi, das jeden mitnimmt, der am Straßenrand auffällig winkt.

zwei Fotos von Havanna

Havanna ist anders, als alle anderen Hauptstädte, die man so kennt.

Das Leben spielt sich hier auf der Straße ab und die Leute sitzen den ganzen Tag und auch nachts vor ihren Häusern. Es wird gefegt, Wäsche aufgehangen und es werden Geschäfte gemacht in den kubanischen Straßen – und das zu jeder Tageszeit. Zu uns als Touristen ist man durchweg freundlich und hilfsbereit, was sehr angenehm ist. Zudem fühlt man sich jederzeit vollkommen sicher – etwas, das in der Karibik nicht immer selbstverständlich ist. Wir fahren mit dem Oldtimer von der Plaza de la Revolución zum Malecon und mit dem Coco Taxi von der Plaza Vieja zurück in unsere Casa und können gar nicht genug bekommen von den kolonialen Fassaden und dem bezaubernden alten Charme dieser Stadt.

knallbunte Oldtimer in Havanna

Mit dem Mietwagen gen Westen

Umso mehr schmerz nach drei Tagen der Abschied, aber wir wollen Richtung Westen und das Land mit dem Mietwagen erkunden. Die Übernahme des Wagens im Hotel Sevilla geht überraschend reibungslos und flott, nur bis wir uns aus der wenig bis gar nicht beschilderte Stadt hinausgekämpft haben, dauert etwas.

Der erste Stopp ist die ca. 3 Stunden entfernte Anlegestelle der Fähre nach Cayo Levisa. Es geht auf eine Robinson-Insel mit feinstem kubanischen Sandstrand und wenig Menschen, ganz nach unserem Geschmack. Zwei Tage verbringen wir hier und lassen Seele und Füße baumeln. Das Wasser ist wirklich so klar wie auf den Fotos und hier kann man bestens vom Stadtlärm abschalten. Unser Bungalow ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, liegt aber direkt am Wasser und man kann sich den ganzen Tag ohne Schuhe bewegen. Wenn die Tagestouristen, die nur für ein paar Stunden hierherkommen, weg sind, ist es still und einsam auf dieser paradiesischen Insel, die wir nach zwei Nächten nur ungern wieder verlassen.

Selfie auf Cayo Levisa

Auf einer überraschen guten Straße geht es weiter nach Viñales, einem für den Tabak- und Rumanbau bekannten Örtchen vor den Toren des gleichnamigen Nationalparks. Hier, zwischen den immergrünen Mogotes, amüsant anzusehenden bewaldeten Felshügeln, wird viel Landwirtschaft betrieben. Wir wohnen wieder in einer supernetten Casa mitten im Zentrum und leihen uns Pferde, um den Nationalpark zu erkunden. Reiten macht hier richtig Spaß und unser Guide führt uns als gestandene Reiterinnen auch etwas abseits der ausgetretenen Touristenpfade. Auf einem der Mogotes binden wir die Pferde an und schlürfen eine frische Kokosnuss mit Limetten und Honig, während wir die Aussicht auf die schöne Landschaft genießen. Nach drei Stunden Reiten tut uns zwar der Hintern weh, aber wir haben einen sehr guten Einblick in das Leben und Treiben in dieser Region bekommen. Vom Hotel Los Jazmines haben wir nochmal eine beeindruckende Aussicht auf das Viñales-Tal, bevor es uns wieder zurück auf die Autobahn gen Soroa zieht.

einer Ausritt mit dem Pferd

In den palmenreichen Urwäldern der Gegend um Las Terrazas gehen wir wandern und Wasserfallschimmen. Wir schlafen im "Castillo en las Nubes", einem frisch renovierten Schlösschen hoch oben am Berg, das für sich selber schon eine Sehenswürdigkeit ist. Von hier fahren wir in die Öko-Kommune Las Terrazas, um zu den Banos de San Juan zu wandern. In den natürlichen Schwimmbecken des Rio de San Juan kann herrlich gebadet werden und viele Einheimische und Kubaner verbringen hier ihre Wochenenden. Am Morgen noch ganz ruhig, wird hier am Nachmittag gegrillt, getanzt und gesungen. In dieser Zeit sitzen wir schon im einzigen veganen Restaurant Kuba’s und schlürfen frischgepresste Säfte in der Sonne. Die Wanderung zum Wasserfall San Claudio ist leider gerade gesperrt, wäre aber sicher auch in einer regenreicheren Zeit lohnenswerter. In Soroa sehen wir einen Wasserfall und viel ländliches Leben. Die Leute arbeiten hart hier und sind aber trotzdem alle sehr zuvorkommend und freundlich, Wir fühlen uns rundum wohl hier im Westen.

Baños de San Juan

Adios Kuba

Leider geht die Zeit viel zu schnell herum und kaum in das kubanische Landleben eingetaucht, müssen wir uns auch schon wieder auf den Weg zum Flughafen nach Havanna machen. Gerne hätten wir mehr Zeit hier verbracht, zwischen all den Königspalmen und der kubanischen Lebensfreude.

Trotz der vielen Ausbeute und der Notstände, die dieses Land bisher erfahren musste, sind die Menschen dennoch positiv und schauen nach vorne. Wir wollten unbedingt hierherkommen, wenn noch etwas des „alten“ Kubas erhalten ist – und es war wohl genau die richtige Entscheidung. Die Stimmung und das Klima werden sich hier sicher rasch verändern, weswegen wir nur empfehlen können, die Reise bald zu tun. Uns hat es sehr gut gefallen!

Sehen Sie hier den Videoblog zur Kuba-Reise von Anja & Maggy.

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