Reisebericht: Belize Rundreise

You better BELIZE it!


avenTOURa-Kollegin Veronika Strecker bereiste eines der kleinsten Länder Mittelamerikas, welches eher selten auf der Landkarte eines Reisenden auftaucht: Belize. Die meisten ihrer Freunde fragten zunächst, wo Belize überhaupt liegt. Ist das in Afrika oder eine Karibikinsel? Doch es gab auch einige die sagten: „Belize! Darüber habe ich gerade erst etwas gehört! Ein echter Geheimtipp ... stimmt‘s?“

Als ich in Belize am internationalen Flughafen landete, bekam ich gleich einen ersten Eindruck: Alles war klein, sympathisch und…BUNT. Anstatt den Flughafen zu verlassen, stieg unsere kleine Reisegruppe gleich in eine Propellermaschine von Tropic Air um, welche uns in den Süden des Landes nach Punta Gorda bringen sollte. Der Flug wurde zu einem der Höhepunkte der Reise: Ich erwartete einen einstündigen Flug, doch was ich bekam waren drei kurze Flüge. Von Belize City über Dangriga und Placencia nach Punta Gorda. Drei Starts, drei Landungen, drei Flugplätze (wenn man diese so nennen kann…). Es fühlte sich an wie eine Busfahrt, außer, dass wir über das Barrier Reef flogen, unzählige Nuancen von Blau bis Türkis im Wasser ausmachen, Segelboote und verlassene Inseln aus der Vogelperspektive bestaunen konnten. Es war wunderschön! Und so unproblematisch, lässig und locker. In keiner Sekunde fühlte ich mich unsicher.

Maya-Kultur, Trommelrhythmen und Dschungelabenteuer

Der Süden des Landes – der Toledo Distrikt – ist touristisch noch unbekannt. Die überwiegend nordamerikanischen Touristen (welche man wirklich nicht als Massen bezeichnen kann) tummeln sich eher auf den großen Cayos, sowie im Zentrum des Landes. Der Süden ist dafür ganz authentisch geblieben und hat seine Nische gefunden: Begegnungen mit den verschiedenen Kulturen von Belize. Beispielsweise gibt es die Mayagemeinden, die u.a. durch den Tourismus versuchen ihre Bräuche und Traditionen zu bewahren. Wir durften sie in einem typischen Haus besuchen, bei der Zubereitung von Tortillas und Kakao helfen, Kunsthandwerk aus Fasern der dort wachsenden Pflanzen herstellen, unsere Hände mit dem Saft der Beeren des „Seifenbaumes“ waschen, mit den Kindern Fangen spielen und auf den traditionell hergestellten Instrumenten unser Bestes geben. Letzteres ist uns aber eher schlecht als recht gelungen.

Neben den Maya leben in Belize auch Angehörige der Garifuna, Nachfahren afrikanischer Sklaven, welche damals nach Belize gelangten. Von Ihnen sind typische Trommelrhythmen und Tänze in die Alltagskultur eingeflossen. Bei einem abendlichen Spaziergang durch PG – wie die Distrikthauptstadt Punta Gorda von den Einheimischen bezeichnet wird – muss man einfach dem Rhythmus folgen. Auch wir durften mit dem international bekannten Ronald Raymond McDonald (ja, der Name ist korrekt!) unsere Percussions-Künste unter Beweis stellen. Das klappte immerhin besser als unsere kläglichen Versuche die schnellen und anstrengenden traditionellen Tänze zu tanzen. Unsere Lachmuskeln wurden dafür ziemlich beansprucht!

Es ist schon verrückt, wie bunt die Bevölkerung und wie skurril die Vergangenheit von Belize ist. Nach der Hochkultur der Maya und der Ankunft der Spanier gehörte Belize zunächst zu Guatemala, bevor es unter britische Verwaltung kam. Später wurde es tatsächlich zur Kronkolonie British Honduras erkoren. Im Jahr 1981 wurde es schlussendlich unabhängig und gehört heute immer noch zum Commonwealth. Sogar die Queen war schon Gast in Belize und durfte im San Ignacio Resort residieren – damals noch ein einfaches Hotel in der gleichnamigen Kleinstadt nahe der Grenze zu Guatemala. Die Landessprachige ist übrigens Englisch, was einen zunächst irritiert, wenn man das Spanisch aus den Nachbarländern gewohnt ist.

Heute leben spanischsprachige Maya, dunkelhäutige Garifuna sowie internationale Aussteiger nebeneinander. Einer davon ist auch Ian Anderson, ein Kanadier, der in den 90er Jahren nach Belize kam. Er kaufte zunächst etwas Land und eröffnete eine Campsite, auf der er naturinteressierte Reisende für Tierbeobachtungen begeistern wollte. Mittlerweile besitzt er ein großes Areal am Hummingbird Highway im Zentrum des Landes, auf welchem er ein luxuriöses Dschungelhotel mit dazugehörigem Botanischen Garten, eigener Käserei und Abenteuertouren führt (Ian Anderson’s Cave Branch). Er selbst ist meist vor Ort und gesellt sich zu den Gästen, die ihre Mahlzeiten übrigens immer zu einer gemeinsamen Uhrzeit mit wechselnden Tischnachbarn erhalten. Ich fühlte mich zeitweise wie im Hotel von Jurassic Park, gepaart mit Kellerman’s Resort aus Dirty Dancing. Der Schwerpunkt bei einem Aufenthalt bei Ian liegt nach all den Jahren aber immer noch auf dem Erleben der Natur und „Life Changing Experiences“, wie er es nennt. Ein wirklich außergewöhnliches Hotelkonzept.

Auch für mich hielt der dortige Aufenthalt einen weiteren Höhepunkt bereit: Cave Tubing. Eine Höhlenwanderung mit streckenweisem Dahingleiten auf einem Gummischlauch über einen (unterirdischen) Urwaldfluss. Für mich bedeutete diese Unternehmung durchaus etwas Überwindung. Umso stolzer war ich, als ich zu guter Letzt auch noch einen (eher weniger) waghalsigen Sprung in den Fluss wagte.

Ambergris Caye

Bei einer Reise nach Belize darf ein Aufenthalt auf einer der unzähligen vorgelagerten Inseln am Barrier Reef nicht fehlen. So führte auch unsere Reise nach Ambergris Caye, eine der größeren Inseln mit dem karibischen Örtchen San Pedro. Ich fühlte mich gleich wie in der Karibik, vergessen waren der Dschungel im Hinterland oder die Pyramiden der Maya. Unser Hotel lag direkt am Meer, der Sand war fein und weiß, die Menschen gelassen und entspannt. Abends konnten wir fußläufig in das Örtchen gelangen und das dortige Flair genießen. Als krönenden Abschluss unserer einwöchigen Reise unternahmen wir eine Schnorcheltour. Unser Kapitän brachte uns nach Hol Chan, einem unterirdischen natürlichen „Kanal“ oder „Tunnel“, den schon die Maya kannten. Dort gingen wir ins Wasser und konnten unseren Augen nicht trauen: Neben uns gleitet eine Meeresschildkröte dahin, ein Rochen steuerte haarscharf an uns vorbei, an anderer Stelle tummelten sich Ammenhaie und unser „Kapitän“ veranstaltete Tauchkunststückchen mit Muränen. Unvergesslich! Auf dem Rückweg erwartete uns noch eine Sunset Cruise: Mit dem Segelschiff in der Karibik dem Sonnenuntergang entgegen, Rumpunsch in der Hand und Ceviche als Snack. Was will man mehr?

Vor meiner Reise wusste ich selbst nicht so genau, was mich erwarten würde. Nun weiß ich es: Belize ist anders. Belize ist bunt. Belize ist englischsprachig. Belize ist ein Abenteuer! Belize ist absolut sehenswert!

You better BELIZE it!

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